Deutsche Presse-Agentur

Zur Überwindung negativer Folgen durch den Corona-Shutdown brauchen Kinder und Jugendliche nach Ansicht der Liga der freien Wohlfahrtspflege mehr Hilfen. In einer Mitteilung vom Donnerstag halten die darin zusammengeschlossenen Sozialverbände auch mehr Beteiligung für die jungen Menschen für nötig. Je nach Schulart und Fach hätten Kinder und Jugendliche 10 bis 15 Wochen Unterricht versäumt, „was 25 bis 40 Prozent eines Schuljahres entspricht“. Kinder und Jugendliche hätten in den vergangenen Monaten einen gesellschaftlich deutlich überproportionalen Solidarbeitrag leisten müssen. Zum Einstieg in den Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen im nächsten Schuljahr fordert die Liga daher: „Vorrang für Kinder und Jugendliche vor Lockerungen an anderer Stelle.“

Bei Entscheidungen müssten deren Bedürfnisse mehr berücksichtigt werden. Auch müsse es zusätzliche Bildungsangebote „entsprechend ihres individuellen Lernstands“ geben. Der Fernlernunterricht während der Schulschließungen sei kein Ersatz für den Präsenzunterricht. „Vielmehr hat sich gezeigt, dass es vielen Kindern und Jugendlichen nicht gelang, die für das Fernlernen notwendige Selbstregulation aufzubringen.“ Auch viele Eltern hätten sich schwer getan, ihre Kinder zu Hause zum Lernen zu motivieren und zu unterstützen.

„Dieses Phänomen war in allen sozialen Milieus zu beobachten“, hieß es in der Mitteilung. Die Liga geht aber davon aus, dass sich die Kluft zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schülern durch die coronabedingte Schließung der Schulen noch vergrößert hat. Lernbrücken in den Sommerferien könnten nur bedingt Abhilfe schaffen, weil bildungsbenachteiligte Schüler damit nicht erreicht würden.

In der Liga sind die elf Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württembergs zusammengeschlossen. Landesweit gehören ihnen über 320 000 Mitarbeiter sowie etwa 300 000 Ehrenamtliche an.

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