Land sollte bei Muttersprache-Unterricht mitreden

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Auf Mitsprache nicht verzichten
Auf Mitsprache nicht verzichten (Foto: Roland Rasemann)

Mehrere Sprachen zu beherrschen, ist für jeden Menschen ein Gewinn und für die Gesellschaft eine Bereicherung. Es widerspricht auch nicht dem Ziel der Integration, wenn Schüler auch in der Sprache ihrer Eltern und Großeltern unterrichtet werden – Studien zeigen vielmehr, dass der sichere Umgang mit der Muttersprache auch die deutsche Sprachkompetenz stärkt.

Für das Land ist der Konsulatsunterricht die billigste Möglichkeit, muttersprachliche Bildung anzubieten. Dafür verzichtet es auf jede Mitsprache bei den Unterrichtsinhalten. Das ist gerade mit Blick auf den Türkisch-Unterricht fragwürdig. Die türkischen Konsulate, die den Unterricht organisieren, standen schon in der Kritik, Informationen über Regierungsgegner zu sammeln. Als Vermittler von Bildungsinhalten oder gar Grundwerten sind sie ungeeignet. Das sehen offenbar auch regierungskritische Türkischstämmige so, jedenfalls ist das Interesse am Konsulatsunterricht zuletzt gesunken.

Den muttersprachlichen Unterricht als freiwilliges Angebot in den Regelunterricht zu integrieren, ist daher das richtige Ziel.

u.mendelin@schwaebische.de

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