Umweltstaatssekretär: Wie gefährlich ist der Wolf?
Umweltstaatssekretär Andre Baumann beantwortet die Frage, wie gefährliche Wölfe in Baden-Württemberg sind. Und welche Kennzeichen eigentlich einen gefährlichen Wolf definieren. Außerdem gibt Baumann Antwort auf die Frage, warum er sich so stark für Wacholderheiden einsetzt, die in Baden-Württemberg geradezu einmalig sind.
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Baden-Württemberg kooperiert beim Umgang mit Wölfen künftig mit drei anderen Bundesländern. Das kündigte der Südwest-Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Montag in Stuttgart an. Dafür habe sein Haus ein länderübergreifendes Konzept mit den zuständigen Ministerien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland entwickelt. Die Länder wollen Informationen zu Wolfssichtungen austauschen und sich in Problemfällen stärker unterstützen.

„Ich bin weder ein Wolfsfreund, noch ein Wolfshasser“, sagte Untersteller. Baden-Württemberg sei aber wie die drei anderen Bundesländer „Wolfserwartungsland“. Rudel gebe es noch in keinem der vier Länder. Indes seien aber schon in jedem einzelne Tiere gesichtet worden – im Südwesten zuletzt im Februar im Oberen Donautal bei Beuron im Kreis Sigmaringen.

Die vier Bundesländer wollen laut Untersteller zunächst eine gemeinsame Arbeitsgruppe erstellen, die sich mit dem Wolfsmanagement beschäftigt. In dieser Gruppe wollen sich die Länder regelmäßig austauschen – über Sichtungen von Wölfen ebenso wie über Möglichkeiten, Herden zu schützen. „Es geht nicht darum, den Wolf wieder loszuwerden, sondern darum, die Sicherheit zu stärken“, sagte Untersteller.

Ein Wolf lege in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurück. Dabei seien ihm Ländergrenzen egal. Deshalb würden in den einzelnen Ländern Teams eingerichtet, die ein Tier auch über eine Bundeslandgrenze hinweg verfolgen und notfalls sogar töten dürfen, wenn der Wolf verhaltensauffällig sei. Laut Untersteller sei dies dann der Fall, wenn sich ein Wolf wiederholt Menschen nähere, oder mehrfach Herdenschutzzäune überwindet und etwa Schafe reißt.

Der Umweltminister machte dabei deutlich: Der Wolf sei eine besonders geschützte Art. „Um einen Wolf zu töten, braucht es eine Ausnahme vom Tötungsverbot des Bundesnaturschutzgesetzes.“ Die könne nur die oberste Naturschutzbehörde erteilen – in Baden-Württemberg ist dies das Umweltministerium, das er selbst verantwortet.

In der Vergangenheit kam es bei der Frage nach dem richtigen Umgang mit Wölfen zu Unstimmigkeiten zwischen Untersteller und Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU), der das Jagdrecht verantwortet. In die Kooperation mit den anderen Ländern sei Hauk nicht involviert gewesen, „weil ich zuständig bin“, sagte Untersteller. Hauk hatte sich dafür ausgesprochen, den Wolf in das Jagdrecht des Landes und damit in seine Zuständigkeit zu übernehmen.

Untersteller dazu am Montag: „Es ist egal, ob der Wolf im Jagdrecht ist. Er bleibt nach Bundesnaturschutzgesetzes eine streng geschützte Art. Im Jagdrecht hätte er sozusagen ganzjährig Schonzeit.“

Wo Deutschlands Wölfe leben

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