„Sehr gute Leistung“ auch ohne Kruse: Union-Sieg in Freiburg

Joel Pohjanpalo und Nicolas Höfler
Joel Pohjanpalo von Berlin und Freiburgs Nicolas Höfler (l-r.) am Ball. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Nils Bastek

Max Kruse war schnell verschwunden. Der Angreifer des 1. FC Union Berlin hatte nur zuschauen dürfen, wie seine Mannschaft am Samstag beim SC Freiburg ihren Negativlauf beendete. Auch ohne den nach elf Wochen Verletzungspause in den Kader zurückgekehrten Kruse setzte sich Union mit 1:0 (0:0) im Breisgau durch. Grischa Prömel (64. Minute) sorgte mit seinem Kopfballtor für den ersten Erfolg nach zuvor fünf sieglosen Partien.

„Ich glaube, dass es eine sehr gute Leistung von uns war, sonst hätten wir in Freiburg nicht gewinnen können“, sagte Union-Coach Urs Fischer. Tatsächlich hatte sein Team über 90 Minute vor allem defensiv hochkonzentriert gearbeitet. Auch ohne Kruse. „Es geht am Schluss nicht um Max Kruse, sondern um den Erfolg des Gesamten“, sagte Fischer. „Max muss sich noch ein bisschen gedulden.“

Dank des Sieges zog Union in der Tabelle am SC vorbei und verkürzte den Abstand auf die Europapokalplätze. Aber auch die Freiburger von Trainer Christian Streich stehen weiter im gesicherten Mittelfeld der Liga. „Union ist extrem schwer zu bespielen mit einer unglaublichen Körperlichkeit“, sagte Streich. „Ich kenne keine andere Mannschaft in der Bundesliga mit dieser Art des Auftretens.“

Die jüngste Negativserie merkte man den Berlinern jedenfalls nicht an. Fischers Mannschaft war von Beginn an die aktivere. Anstatt abzuwarten, griffen die Gäste früh an. Mehr als ein harmloser Fallrückzieher von Joel Pohjanpalo (16.), eine nachträglich abgepfiffene Großchance durch Christopher Lenz (20.) sowie ein Distanzschuss von Robert Andrich (29.) sprangen dabei aber nicht heraus. Dadurch entwickelte sich ein zähes Spiel, weil die Freiburger kein Mittel gegen die dichte Union-Defensive fanden.

Nach elf Wochen Verletzungspause durfte Kruse sich im Schwarzwald-Stadion zwar lange warmlaufen, wurde aber nicht eingewechselt. Immerhin kam es im Breisgau aber noch zum vorab verbal aufgeheizten Duell der beiden Brüder Nico und Keven Schlotterbeck. Während Nico für die Berliner durchspielte, kam Keven im zweiten Durchgang rein. Ansonsten bot die lange zähe Partie nur wenige interessante Geschichten.

Da der SC sich kaum Torchancen erarbeitete, erlebte Loris Karius im Tor der Berliner einen entspannten Nachmittag. Der 27-Jährige stand erneut in der Startelf, weil Andreas Luthe die Reise nach Freiburg nicht mal angetreten hatte. „Unsere Mannschaft hat über 90 Minuten sehr solidarisch verteidigt und den Plan sehr gut umgesetzt“, lobte Fischer.

Von seiner Mannschaft bekam Streich dagegen wenig zu sehen. Es dauerte bis zur 52. Minute, bis die Freiburger erstmals gefährlich wurden. Nach einer Flanke von Jonathan Schmid köpfte Lucas Höler den Ball aber nur auf das Tornetz. Zwölf Minuten später machte es dann Union besser. Anstatt über das Tor beförderte Prömel eine feine Hereingabe von Marcus Ingvartsen ins Netz. In der 83. Minute hätte der eingewechselte Petar Musa auf 2:0 erhöhen müssen, scheiterte aus spitzem Winkel jedoch am starken SC-Keeper Florian Müller.

© dpa-infocom, dpa:210220-99-524098/3

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