Kretschmann will „Männerhorden in die Pampa“ schicken

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Winfried Kretschmann
Winfried Kretschmann (Grüne). (Foto: Christoph Schmidt/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sucht nach Lösungen im Umgang mit problematischen Flüchtlingen. „Wir können Asylsuchende, die Probleme bereiten, oft erst packen, wenn sie schwere Straftaten begehen“, sagte er der „Heilbronner Stimme“ und dem „Mannheimer Morgen“ (Samstag).

Es geht ihm zufolge aber auch um Asylsuchende, die stehlen oder andere anpöbeln. „Dafür kommt man nicht ins Gefängnis. Trotzdem können wir solche Dinge nicht dulden.“

Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten.

Problematisch werde es, wenn nicht Einzelne eine Straftat begingen, sondern eine Gruppe. „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten.“ Die Vergewaltigung in Freiburg sei ein schlimmes Beispiel, sagte er mit Blick auf die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen.

„Solche Gruppen muss man trennen und an verschiedenen Orten unterbringen“, sagte Kretschmann. Man müsse sie aus Großstädten herausnehmen. „Großstädte sind für solche Leute wegen der Anonymität attraktiv und weil sie dort Gleichgesinnte treffen.“

Der Gedanke, einige von ihnen „in die Pampa“ zu schicken, sei nicht falsch. „Das sind Dinge, die wir gerade überlegen.“ Man könne nicht zulassen, dass eine kleine Minderheit eine große Zahl rechtschaffener Asylsuchender diskreditiere.

Bei den Delegierten und in der Parteispitze spielten die Äußerungen keine große Rolle, sondern wurden mit Achselzucken zur Kenntnis genommen. „Ich hätte es anders formuliert“, sagte Parteichefin Annalena Baerbock, aber in der Sache unterstreiche Kretschmann das, wofür die Grünen stritten.

Ich hätte es anders formuliert.“

Annalena Baerbock

Grünen-Fraktionschef Toni Hofreiter meinte, bei heiklen Themen solle man auf seine Sprache achten. So standen sich am Ende die Schlagzeile: „Grünen-Spitze kritisiert Kretschmann“ und „Grünen Spitze gibt Kretschmann recht“ gegenüber. Beides stimmt: Denn der Tenor des Parteitags war: So hätten wir es nicht ausgedrückt, aber in der Sache hat er vielleicht recht.

Bundesgeschäftsführer Michael Kellner meinte „er hätte eine staatstragende Sprache empfohlen, „das ist nicht unsere Sprache, diese radikale Sprache“. Allerdings könne man Kretschmanns Äußerungen auch „als Ablehnung von Ankerzentren lesen“, in denen diese jungen Männer kaserniert seien. Andere gaben zu bedenken, dass man doch gerade den ländlichen Raums stärken wolle und es deshalb komisch sei, wenn man von „Pampa“ rede.

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