Kretschmann glaubt im Streit um Nachmittagsbetreuung an einen Kompromiss

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 Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann. (Foto: dpa)
Landes-Korrespondentin

Der Streit um Landesgeld für Nachmittagsbetreuung an den Grundschulen im Südwesten ist womöglich bald beigelegt. „Da ist die Kompromissbereitschaft vorhanden“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. „Die Frage ist nur: Wie hoch sind die Kosten?“ Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat ein Konzept vorgelegt, wonach wieder Landesgeld in flexible Betreuung fließen soll. Mit der Einführung der Ganztagsgrundschule 2014 hat das Land seine Gelder für neue Gruppen gestrichen. Die Ministerin rechnet dafür mit 20bis 25 Millionen Euro jährlich.

Pädagogisch und wirtschaftlich gesehen müssen wir das Bildungsniveau insgesamt anheben.

Ministerpräsident Kretschmann

Der Streit in der Koalition dreht sich indes weniger ums Geld. Kretschmann sagte: „Pädagogisch und wirtschaftlich gesehen müssen wir das Bildungsniveau insgesamt anheben. Und das geht nach meiner persönlichen Meinung nur über Ganztagsschulen.“ Die Grünen im Landtag sehen Geld für bloße Betreuung kritisch. Eltern wünschen sich indes solch ein Angebot. Grün-Schwarz scheint auf einen Kompromiss zuzustreben, der Geld für Betreuung vorsieht, aber nicht an Ganztagsschulen. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz erklärt nämlich auf Nachfrage: „Wir sind zuversichtlich, beim Einstieg in die Nachmittagsbetreuung an Schulen, die keine Ganztagsschule sind, eine gute Lösung für die Eltern und ihre Kinder zu finden.“

Jeder Schulleiter muss bisher einzeln verhandeln

Derweil stellt Kultusministerin Eisenmann konkrete Verbesserungen beim Ganztagsunterricht in Aussicht. Ein Bündnis aus kommunalen Spitzenverbänden und acht Organisationen wie Kirchen und Sportbund hatte ein Konzept vorgelegt und auf zügige Verbesserungen gepocht. Es geht unter anderem darum, die Kooperationen der Schulen mit den Vereinen und Organisationen vor Ort zu strukturieren. Bislang muss jeder Schulleiter einzelne Verträge aushandeln, wenn außerschulische Partner in den Unterricht eingebunden werden.

Künftig müssen die Schulen etwa nicht mehr alle zwei Monate nachweisen, wie viel Geld sie für die Partner ausgegeben haben. Mehr als die bisher fünf Pilot-Kommunen sollen Assistenten bekommen, die den Ganztag verwalten. Zudem liege in Kürze ein Qualitätsrahmen vor, der Standards für den Ganztagsunterricht definiert.

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