Krankenhäuser im Südwesten wappnen ihre Intensivstationen

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Krankenhäuser erhöhen Zahl der Intensivplätze
Ein leeres Bett steht in der Intensivstation eines Krankenhauses. (Foto: Jonas Güttler / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach Einschätzung der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft ist die Situation in den Intensivstationen der Krankenhäuser angesichts der Corona-Pandemie noch ruhig. Bislang werden nur wenige schwer erkrankte Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen behandelt, sagte der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Matthias Einwag, am Mittwoch in Stuttgart. Das Ziel der Krankenhäuser sei es jetzt, die Plätze auf den Intensivstationen zu verdoppeln.



An der Uniklinik Freiburg werden derzeit 45 Corona-Patienten behandelt, darunter 14 auf der Intensivstation. Das Klinikum bereitet sich laut einem Sprecher darauf vor, bis zu 150 beatmungsbedürftige Corona-Patienten gleichzeitig zu behandeln. In Tübingen stehen bis zu 110 Beatmungsplätze zur Verfügung. Aktuell liegen dort 17 an Covid-19 erkrankte Menschen auf der Intensivstation.

Das Klinikum Stuttgart hat knapp 100 Intensivbetten, an denen Patienten beatmet werden können. „Wenn es hart auf hart geht, kann das Klinikum mindestens 150 Intensivbetten mit Beatmung in Betrieb nehmen“, sagte ein Sprecher. Eine niedrige zweistellige Zahl an Corona-Patienten werde derzeit dort behandelt - vier davon seien schwer erkrankt.

Am Diakonie-Klinikum Stuttgart werden acht Patienten behandelt, die am Corona-Virus erkrankt sind - drei befinden sich laut einem Sprecher in einem kritischen Zustand und werden beatmet. Die Zahl der Beatmungsplätze ist dort auf 12 aufgestockt worden.

Das Ulmer Bundeswehrkrankenhaus bereitet sich auf mehrere Covid-19-Patienten vor. Zwei Intensivstationen hat das Krankenhaus üblicherweise. Eine dritte ist vorbereitet, die vierte folgt in den nächsten Tagen. Derzeit können rund 40 Patienten aufgenommen werden. Das Bundeswehrkrankenhaus hat einen Covid-19-Patienten aus dem Elsass untergebracht. Der Mann sei bislang der einzige am Corona-Virus erkrankte Patient auf der Intensivstation.

In Konstanz und Singen bestehen insgesamt 50 Beatmungsplätze - weitere Plätze und die Anschaffung zusätzlicher Beatmungsgeräte sind laut einer Sprecherin geplant. In beiden Kliniken werden drei Menschen mit Covid-19 stationär betreut, eine davon intensiv.

Der Vorstandsvorsitzende der Krankenhausgesellschaft, Detlef Piepenburg, rechnet in den Zeitungen „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Donnerstag) mit „mindestens 700 Millionen Euro“, die durch die Corona-Krise auf die Südwest-Kliniken zukommen. „Für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern ist die aktuelle Situation eine große psychische Belastung, weil sie wissen, dass der große Ansturm auf die Krankenhäuser jetzt erst kommt“, sagte Piepenburg zudem.

Nach Angaben des Sozialministeriums verfügt Baden-Württemberg über

54 526 Krankenhausbetten, darunter 3246 Intensivbetten, von denen bei 2208 eine Beatmungsmöglichkeit besteht.

Zahlen zum aktuellen Stand der Covid-19-Erkrankungen vom RKI

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