Klinik bekämpft erstmals Krebs erfolgreich mit neuer Methode

Lesedauer: 4 Min
Die photodynamische Therapie zerstört die Tumorzellen mittels Laserlicht. (Foto: Robert-Bosch-Krankenhaus)
Schwäbische Zeitung
Das Robert-Bosch-Krankenhaus

Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus an drei Standorten. Es geht auf eine private Initiative des Firmengründers Robert Bosch zurück. Seit 1978 zählt das RBK zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen.

Im Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) bietet das RBK Krebspatienten neueste Behandlungsmöglichkeiten. Es ist Kooperationspartner des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Partnerzentrum des Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart.

Mit einer erst seit Kurzem in Deutschland zugelassenen Therapie hat das Robert-Bosch-Krankenhaus einen Gallengangtumor behandelt. Die Tumorzellen werden mit dem Laser verbrannt.

Bei der 73 Jahre alten Patientin wiesen Haut und Augen eine starke Gelbfärbung auf. Mit Verdacht auf Gallensteine kam sie ins Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus, wo nach Angaben der Klinik ein Cholangiokarzinom, ein bösartiger Tumor im Gallengang, diagnostiziert wurde. Dieser sei so groß gewesen, dass er bereits den Fluss der Galle behinderte.

Galle ist eine zähe Körperflüssigkeit, die in der Leber produziert, in der Gallenblase zwischengespeichert und zu den Mahlzeiten in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet wird. Auf ihrem Weg durchläuft sie ein Gangsystem - die Gallenwege.

Tumor breitete sich in die Leber aus

Der Tumor breitete sich bereits entlang der Gallenwege weit in beide Seiten der Leber aus – zu weit, um ihn chirurgisch entfernen zu können. Für eine Chemotherapie sei die Patientin zu schwach gewesen. Prof. Jörg G. Albert, Chefarzt der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und sein Team im Robert-Bosch-Krankenhaus entschieden sich deshalb erstmals für den Einsatz der sogenannten photodynamischen Therapie.

Erst seit Kurzem zugelassene Methode

Diese Methode gibt es zwar schon seit Jahren, ist aber erst seit Kurzem in Deutschland zur Behandlung von Gallengangstumoren zugelassen.

Für die so genannte photodynamischen Therapie bekommt der Patient über die Vene eine Substanz gespritzt, die die Zellen im Körper extrem lichtempfindlich werden lässt. Dadurch können die kranken Zellen zielgenau im Gallengang mit Laserlicht bestrahlt werden. Wie bei einem Sonnenbrand zerstört das Licht das kranke Gewebe: Die Tumorzellen verbrennen und sterben ab.

Schonender als Chemotherapie

„Damit ist die photodynamische Therapie deutlich schonender als eine Chemotherapie, die immer auch gesunde Zellen zerstört“, sagt Prof. Albert. Weil ein Gallengangstumor oft spät erkannt werde, seien die Heilungschancen nur begrenzt. Durch die photodynamische Therapie könne die Lebensqualität der Patienten erhalten oder signifikant verbessert, ihr Leben verlängert werden.

Zwei Wochen Schutz vor der Sonne

Nach Angaben des Krankenhauses hat die Patientin den rund anderthalb Stunden dauernden Eingriff sehr gut überstanden. Zwei Wochen noch lag sie in einem abgedunkelten Zimmer, musste sich vor der Sonne schützen, da auch ihre Hautzellen sehr lichtempfindlich waren und bei Sonneneinstrahlung sofort verbrannt wären. 

So schnell können Notärzte vor Ort sein

Das Robert-Bosch-Krankenhaus

Das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) in Stuttgart ist ein von der Robert Bosch Stiftung getragenes Krankenhaus an drei Standorten. Es geht auf eine private Initiative des Firmengründers Robert Bosch zurück. Seit 1978 zählt das RBK zu den Akademischen Lehrkrankenhäusern der Universität Tübingen.

Im Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) bietet das RBK Krebspatienten neueste Behandlungsmöglichkeiten. Es ist Kooperationspartner des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Partnerzentrum des Comprehensive Cancer Center Tübingen-Stuttgart.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen