Karlsruher Gemeinderat stimmt gegen Zirkusse mit Elefanten

Lesedauer: 3 Min
Deutsche Presse-Agentur

Andere Städte haben es vorgemacht - nun soll sich auch Karlsruhe anschließen: Geht es nach dem Gemeinderat sollen bald keine Zirkusse mit gefährlichen Wildtieren mehr auf Karlsruher Flächen gastieren dürfen. Dies beschloss er unter anderem mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken. Die Stadtverwaltung will nach Angaben vom Mittwoch nun ein solches Verbot prüfen. Sie hatte empfohlen, den SPD-Antrag abzulehnen - wegen möglicher rechtlicher Probleme und der Schwierigkeit, eine Liste gefährlicher Tiere zu erstellen. Ähnliche Verbote gibt es nach Angaben der Grünen bundesweit schon in knapp 100 Kommunen.

In Baden-Württemberg weiß die Grünen-Tierschutz-Expertin Renate Rastätter von geltenden Wildtier-Verboten in Ulm, Heilbronn und in Schwetzingen. In der Landeshauptstadt Stuttgart dürfen nach Angaben eines Sprechers ab dem 1. April 2019 Zirkusse nicht mehr auf dem Cannstatter Wasen gastieren, wenn sie Auftritte mit Krokodilen, Elefanten, Flusspferden, Robben, Großkatzen oder Straußenvögel im Programm haben.

Hintergrund des SPD-Antrags ist ein Unfall mit einem Elefanten, der bei einer Zirkusvorstellung in Osnabrück in den Zuschauerbereich stürzte. Dabei wurde ein Zuschauer leicht verletzt. „Der Vorfall zeigt deutlich, wie gefährlich so ein Zwischenfall werden kann“, so die SPD. Auch sei eine artgerechte Tierhaltung von Wildtieren im Zirkus nicht möglich.

Die Karlsruher Grünen-Fraktion begrüßte den Gemeinderatsbeschluss. Sie hatte seit Jahren wiederholt ein solches Verbot gefordert. Sie sieht ein positives Signal für den Tierschutz. Die Bundesregierung müsse angesichts der zunehmenden Zahl kommunaler Verbote „die veraltete und tierschutzwidrige Gesetzgebung“ auf Bundesebene überarbeiten. „Ein Wildtierverbot muss ins Bundestierschutzgesetz“, sagte Rastätter, die Sprecherin der Grünen-Landesarbeitsgemeinschaft Tierschutzpolitik.

Der Städtetag in Baden-Württemberg ist gegen ein generelles Verbot, aber für höhere Sicherheitsauflagen. „Das muss auf lokaler Ebene entschieden werden“, sagte Städtetagsdezernent Gerhard Mauch.

Karlsruher Beschluss

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen