SOKO Schmierfink
Eine Mitarbeiterin der Stadtreinigung beseitigt ein Graffiti mit einer Unterdruck-Reinigungsmaschine. (Foto: Fabian Sommer / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Stadt Karlsruhe geht mit neuen Mitarbeitern und speziellem Gerät konsequenter gegen Farbschmierereien in der Innenstadt vor. Zwei Menschen sind in Vollzeit damit beschäftigt, Graffitis und Aufkleber von öffentlichen Flächen zu entfernen. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) sagte am Donnerstag: „Es geht um klare Sachbeschädigung.“ Der wolle man konsequenter zu Leibe rücken.

Dafür hat die Stadt extra ein 12 000 Euro teures sogenanntes Unterdruckstrahlgerät angeschafft. Die Maschine, die aussieht wie ein großer Staubsauger und sich auch so anhört, schießt winzige Körner auf die Farbe an der Wand. „Das Granulat sprengt praktisch die Farbe weg, je nach Untergrund haben wir verschiedene Granulate“, erklärte die neu eingestellte Graffiti-Entfernerin Stefanie Schnellbächer.

Das kann bei mehreren Farbschichten und großen Schmierereien schon mal eine Weile dauern, sagte der Chef der Stadtreinigung, Andreas Bender: „Wir haben da schon manchmal eine Woche zu tun.“ Und der Oberbürgermeister ergänzte: „Das ist der Wahnsinn, wie schnell man das hingesprüht hat, und wie lange es dauert, das wieder weg zu bekommen.“

Schnellbächer entfernt zusammen mit ihrem Kollegen seit Februar Graffitis. „Die Arbeit geht uns nicht aus“, sagt sie. Auch in anderen Städten geht man mit verschiedenen Methoden gegen Graffitis vor. Freiburg unterstützte 2018 beispielsweise Privateigentümer bei der Säuberung ihrer Häuser mit insgesamt rund 22 700 Euro. In Pforzheim und im Enzkreis setzt man auf den erzieherischen Effekt: Handwerker entfernen die Graffitis auf Antrag kostenlos - gemeinsam mit erwischten Sprayern.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der bekanntgewordenen Sachbeschädigungen durch Graffitis im ganzen Südwesten auf 9700 Fälle, laut Innenministerium knapp 600 mehr als noch 2017. Präventionsprojekte der Kommunen sorgten aber dafür, dass Delikte häufiger angezeigt wurden. Gerhard Mauch, zuständig für das Ordnungsrecht beim Städtetag sagte: „Das Problem ist nach wie vor akut.“ Gerade vor der Europawahl werden Graffitis auch mal als Werbemittel genutzt.

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