Luisa Boos
Luisa Boos sitzt beim Landesparteitag der SPD auf ihrem Platz. (Foto: Marijan Murat/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Keine Kampfkandidatur zwischen zwei SPD-Frauen: Die bisherige SPD-Landesgeneralsekretärin Luisa Boos verzichtet auf einen aussichtsreichen Platz auf der Europa-Wahlliste ihrer Partei. Sie wolle nicht „gegen eine geschätzte Genossin“ des Landesverbandes antreten, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an den Landes- und Parteivorstand. Die Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt hatte angekündigt, „auf jeden Fall“ auf Platz 15 kandidieren zu wollen. Boos reagierte nun: „Ich möchte unter diesen Umständen nicht auf Platz 15 der Bundesliste kandidieren und bitte den Parteivorstand darum, mich auf den ursprünglich vorgesehenen Platz 25 vorzuschlagen.“

SPD-Landeschef Andreas Stoch begrüßte die Entscheidung: „Der Schritt von Luisa Boos verdient großen Respekt. Ich bin ihr dafür sehr dankbar.“

Der SPD-Bundesvorstand hatte Boos auf Platz 15 der Liste gesetzt, um den Anteil junger Frauen auf aussichtsreichen Plätzen zu erhöhen. Gebhardt landete damit auf dem aussichtslosen Platz 25. Es herrschte deshalb großer Unmut in der Südwest-SPD. Diese hatte die Europaabgeordneten Gebhardt und Peter Simon mit großen Mehrheiten nominiert. Stoch kündigte an, nun weiter für eine bessere Platzierung für Simon zu kämpfen. Aufgrund der Interessen anderer Landesverbände sei es aber äußerst schwierig, Verbündete zu finden. Die endgültige Liste wird auf dem SPD-Europaparteitag am Sonntag in Berlin beschlossen.

Inwieweit der Landesverband auf Boos eingewirkt hat, ist unklar. „Wir haben alle miteinander gesprochen“, hieß es auf Anfrage. „Es war eine sehr schwierige Situation.“

Boos selbst betonte: „Für mich war von Beginn an klar, dass ich nicht gegen die von mir politisch und menschlich sehr geschätzte Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt um die Spitzenkandidatur für Baden-Württemberg kandidieren werde.“ Sie habe zwischen zwei demokratisch legitimierten Beschlüssen gestanden: „Ein Ausweg ohne massive Enttäuschungen war folglich unmöglich.“

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