Zum größten Volksfest der Welt seien mit rund sechs Millionen Menschen kaum weniger Besucher als in den vergangenen Jahren gekommen, sagte Weishäupl. 2007 waren es 6,2 Millionen gewesen. Der Besucherrekord stammt aus dem Jahr 1985 und liegt bei 7,1 Millionen Gästen. „Ich persönlich habe noch nie so eine kalte Wiesn erlebt“, berichtete Weishäupl bei ihrer Abschluss- Pressekonferenz. „Wir haben gefroren, aber wir waren trotzdem heiter.“ Auch der Bierkonsum ging nur gering zurück: Nach 6,9 Millionen Maß im Vorjahr leerten die Gäste aus aller Welt in diesem Jahr 6,6 Millionen Maß.

Wie im vergangenen Jahr wurden 104 Ochsen verspeist. Wegen der anhaltenden Kälte wurden an den letzten Wiesntagen auch mehr als 2000 Liter Glühwein ausgeschenkt. „Das Konsumangebot nähert sich bei diesen Temperaturen immer mehr dem Christkindlmarkt“, kommentierte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Besonders beliebt waren in diesem Jahr die Wiesn-CafÈs mit ihren Kaffee-, Kakao- und Süßspeisenangeboten. „Die Wiesn 2008 war eine Kaffeehauswiesn“, sagte Weishäupl, „das ist ein schöner Trend, finde ich. Er hat etwas Nettes, Nostalgisches und auch etwas Friedliches.“

Polizei und Feuerwehr sprachen von einer insgesamt „ruhigen Wiesn“. Zwar habe sich sowohl die Zahl der Einsätze als auch die Zahl der Straftaten erhöht, dies liege aber daran, dass verstärkt kontrolliert und die Statistik anders als bisher geführt worden sei, teilte der Münchner Polizei-Vizepräsident Robert Kopp mit. Die rund 300 Beamten der Wiesn-Wache rückten zu 1975 Einsätzen aus und stellten 1405 Straftaten fest. Angestiegen ist besonders die Zahl der kleineren Diebstähle. Zu einem größeren Einsatz wurden Polizei und Feuerwehr lediglich am zweiten Wiesn-Samstag gerufen, als eine Gondel des „Olympia Loopings“ in 30 Meter Höhe stehenblieb. Die Feuerwehr musste vier Jugendliche mit einer speziellen Hubrettungsbühne befreien.

Das Münchner Rote Kreuz hatte weniger zu tun als in den vergangenen Jahren. Insgesamt 6550 Patienten mussten versorgt werden, 2007 waren es noch 7796. Meistens handelte es sich dabei um kleinere Schnittverletzungen, Blasen an den Füßen oder Unterkühlungserscheinungen. Schwerere Verletzungen blieben jedoch auch nicht aus. Ein 28-Jähriger stürzte am letzten Wiesn-Samstag im Hackerzelt so schwer, dass er sich lebensgefährliche Kopfverletzungen zuzog. Auch ein 38-Jähriger und eine 52-Jährige verletzten sich bei Stürzen im Bierzelt schwer. Zwei 79 und 66 Jahre alte Männer starben nach Herzinfakten auf dem Oktoberfest und dem daneben liegenden Zentralen Landwirtschaftsfest.

Die Münchner Verkehrsbetriebe, die in diesem Jahr rund 3,6 Millionen Fahrgäste zur Theresienwiese beförderten, sprachen von einem weitgehend reibungslosen Betriebsablauf. Wegen Überfüllung musste allerdings der U-Bahnhof „Theresienwiese“ an mehreren Tagen für kurze Zeit gesperrt werden. In der ersten Wiesn-Woche stürzte ein 29-jähriger Oktoberfest-Besucher im U-Bahnhof „Fraunhoferstraße“ vor die einfahrende U-Bahn und wurde schwer verletzt.

Reger Betrieb herrschte während der 16 Tage im Wiesn-Fundbüro, wo insgesamt 4400 Fundstücke abgegeben wurden. Neben 410 Geldbörsen, 360 Schlüsseln, 265 Brillen und 280 Mobiltelefonen wurden auch eine Taucherbrille, ein Paar Engelsflügel, ein Superman-Kostüm und ein Paar Skistiefel abgegeben. Ein Rucksack wurde gleich zweimal im Fundbüro abgegeben und auch zweimal wieder abgeholt. Ein zwischenzeitlich im Fundbüro abgegebener Rauhaardackel wurde einige Tage später von seinem Besitzer im Tierheim wieder abgeholt.

Fotostrecke: Ein Herz für Dirndl

Fotostrecke: Promi-Alarm auf der Wiesn

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen