Junge Libyerin niedergestochen: Prozess wegen Mordversuchs

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Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.  (Foto: DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Für den Mordversuch an einer jungen Frau aus Libyen müssen sich vom 24. September an deren Ehemann nach islamischem Recht und ihr Bruder vor dem Landgericht Ravensburg verantworten. Auch die Eltern der 17-Jährigen sind in dem Verfahren angeklagt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte (Aktenzeichen 2 KLs 242 Js 20969/18 jug). Für alle vier Beschuldigten gelte eine vermeintlich beschmutzte Familienehre als Motiv der Bluttat vom 27. Februar, hieß es in der Mitteilung.

An diesem Tag hatten laut Anklage der 35 Jahre alte Ehemann aus Syrien und der im Libanon geborene 20-jährige Bruder der Frau versucht, sie in der Wohnung der Eltern in Laupheim (Landkreis Biberach) mit einem Messer zu töten. Den Männern werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Die seinerzeit schwangere 17-Jährige sei durch Stiche gegen den Hals und den Oberkörper lebensgefährlich verletzt worden.

Die Jugendliche soll laut Staatsanwaltschaft in einen anderen Mann verliebt gewesen sein und versucht haben, sich von dem nach islamischem Recht mit ihr verheirateten, erheblich älteren Mann zu trennen. Nach deutschem Recht ist die Frau nicht verheiratet. Das Paar war als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

Den 61 und 64 Jahre alten Eltern, die beide aus dem Libanon stammen, wird vorgeworfen, die Haupttäter zur Tötung ihrer Tochter aufgefordert zu haben. Nachdem die Männer die Wohnung fluchtartig verlassen hatten, sollen die Eltern den Rettungsdienst alarmiert haben. Ihnen werde daher zwar gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, aber kein Mordversuch.

Polizeimitteilung vom 28.02.2018

Polizeimitteilung vom 01.03.2018

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