July: Große Probleme lösen statt Menschen herumzuschubsen

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Deutsche Presse-Agentur

Württembergs evangelischer Landesbischof Frank Ofried July hat die Flüchtlingsdebatte kritisiert - und die Politiker aufgefordert, endlich die wirklichen Probleme in den Blick zu nehmen. Berlin tue gerade so, „als ob mit nationalen Maßnahmen die Probleme der Welt gelöst werden könnten“, sagte July der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Viel wichtiger sei doch die Bekämpfung der Fluchtursachen, sagt der Geistliche. „Es regt mich auf, dass die großen Fragen der Migration und Armutsbekämpfung vollkommen in den Hintergrund treten.“

Es brauche große internationale Anstrengungen, „wie wir es hinbekommen, damit die Menschen dort bleiben können, wo sie zuhause sind“, forderte July. „Es braucht tatsächlich einen Marshallplan für Afrika“, um die afrikanische Wirtschaft zu stärken. July kritisierte zudem, dass sich die europäische Wertegemeinschaft mit der zunehmend nationalistischen Politik in vielen Ländern selbst erniedrige. „Wir kommen aus einer Tradition der Humanität und religiösen Werte“, betonte July. Menschen „herumzuschubsen“ passe da nicht. Es brauche menschenwürdige Asylverfahren.

Nach einem Machtkampf in der Union und Ärger in der Koalition hatten sich CDU, CSU und SPD am Donnerstag auf ein Paket gegen illegale Migration und eine Verschärfung der Asylpolitik geeinigt.

Ev. Landeskirche Württemberg

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