In diesen Städten im Südwesten gibt es die meisten Ärzte

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 Junge Mediziner wollen häufiger als früher in Teilzeit arbeiten – das macht die Übernahme einer Einzelpraxis unattraktiv.
Junge Mediziner wollen häufiger als früher in Teilzeit arbeiten – das macht die Übernahme einer Einzelpraxis unattraktiv. (Foto: dpa)
Hajo Zenker

Die Zahl der Mediziner in Baden-Württemberg legt weiter zu – die Zeit für die Versorgung der Patienten wird trotzdem weniger. Das geht aus Angaben des Bundesarztegisters und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hervor.

Demnach praktizierten Ende 2018 im Südwesten pro 100000 Einwohner rund 206 Praxisärzte. Das ist eine leichte Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren: 2017 waren es 204 und im Jahr davor 201 gewesen. Zum Vergleich: Bayern liegt aktuell bei 217, Rheinland-Pfalz bei 197 und Hessen bei 214 niedergelassenen Medizinern. Die höchste Arztdichte verzeichnen Bremen und Hamburg mit jeweils rund 296 Ärzten.

Mehr Angestellte als früher

Der leichte Zuwachs führe aber nicht zu einer besseren Versorgung, so KVBW-Sprecher Kai Sonntag. „Das sind reine Kopfzahlen, das sagt nichts über die Arbeitszeit der Mediziner und die Wartezeit in den Praxen aus.“ Noch vor 30 Jahren habe es keine angestellten Ärzte im ambulanten Bereich gegeben, heute sei jeder zweite Berufseinsteiger ein Angestellter. Und bei den Angestellten sei Teilzeitarbeit sehr häufig.

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Nach Angaben der KVBW lag die Zahl der Praxisärzte im vergangenen Jahr mit rund 22200 zwar um 600über dem Jahr 2016, die Zahl der in Teilzeit arbeitenden Mediziner sei im selben Zeitraum aber ebenfalls um 600 auf mittlerweile 3500 gestiegen. Vor zehn Jahren hätten lediglich neun Kinderärzte verkürzt gearbeitet, heute seien es bereits 129. Auch im Hausarztbereich sei das ein großes Problem: Ärzte, die einen Nachfolger suchten, führten häufig Einzelpraxen – „und in denen wollen junge Ärzte zumeist nicht mehr arbeiten“.

Aber selbst wenn man nur nach der Kopfzahl geht, liegen sehr gute und unterdurchschnittliche Versorgung häufig recht nah beieinander: Während Freiburg deutschlandweit die meisten Ärzte pro 100000 Einwohner hat (395), sieht es in den zum Regierungsbezirk Freiburg gehörenden Landkreisen Tuttlingen (129) und Waldshut (132) deutlich schlechter aus. In diesen Landkreisen gibt es deshalb auch eine Anschubfinanzierung für die Neugründung oder Übernahme einer Hausarztpraxis.

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