In Ausnüchterungszelle gestorben: Todesursache von 54-Jährigem steht fest

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Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung werden einem 28-jährigen Mann unter anderem zur Last gelegt, der am
Ein Bediensteter schließt eine Zelle ab. (Symbolfoto) (Foto: Uwe Anspach)
Schwäbische Zeitung

Die Ursache des Todes eines 54-jährigen Mannes, der am Sonntagmorgen in einer Gewahrsamszelle des Polizeireviers Nürtingen verstorben ist, steht nun fest. Nach dem vorläufigen Ergebnis der am Mittwoch durchgeführten Obduktion der Leiche erlitt der Mann ein sturzbedingtes Schädel-Hirn-Trauma, durch das sich ein gefährliches, sogenanntes epidurales Hämatom bildete.

Das melden Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Sturz, der zur Verletzung geführt hat, hatte sich den Angaben der Behörden nach wohl vor der Verhaftung des Mannes ereignet.

Verletzung nicht sichtbar

"Die äußerlich nicht sichtbare Verletzung konnte weder beim Einsatz des Rettungsdienstes noch bei der späteren Haftfähigkeitsuntersuchung festgestellt werden", heißt es nun in der Mitteilung der Behörden.

Dannach habe der Mann keine Symptome gezeigt, die auf eine lebensbedrohliche Verletzung schließen ließen. "Todesursächlich dürften die sich im Laufe der Zeit unbemerkt entwickelnden Einblutungen in das Gehirn gewesen sein. Bislang ergaben sich keine Hinweise auf Fremdeinwirkung", heißt es weiter.

Der 54-Jährige aus Wendlingen war am Samstagabend, gegen 21.15 Uhr, von Passanten in Wendlingen in stark angetrunkenem Zustand auf der Straße liegend aufgefunden worden und nach einer ersten Untersuchung durch den Rettungsdienst von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

Weder bei der Haftfähigkeitsuntersuchung durch einen Arzt, noch bei den regelmäßigen Kontrollen hätten sich dann bis zum Sonntagmorgen Auffälligkeiten ergeben. Als der Mann aber gegen neun Uhr schließlich aus dem Gewahrsam entlassen werden sollte, war er tot.

Bei der Festnahme hatte die Polizei nach eigenen Angaben noch keine Hinweise auf einen vorangegangenen, folgenschweren Sturz.

Erst durch die kriminalpolizeilichen Ermittlungen sollen sich im Nachhinein Hinweise auf einen namentlich noch unbekannten Zeugen ergeben haben, der gesehen haben soll, wie der Mann gestürzt war. Der Zeuge soll jedoch beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort gewesen sein.

Der Zeuge wird nun dringend gebeten, sich unter Telelefon 0711/3990-0 zu melden.

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