Studierende nehmen an einer Vorlesung teil
Studierende nehmen an einer Vorlesung teil. (Foto: Stefan Puchner/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Südwesten studieren so viele Menschen ohne Abitur wie noch nie. Gab es im Jahr 2011 noch 2081 Studenten ohne allgemeine Hoch- oder Fachhochschulreife, waren es im Jahr 2016 schon 3409. Das geht aus einer Erhebung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung hervor, die der dpa am Donnerstag vorlag. Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren im Land demnach auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die Zahl der Studienanfänger ohne Abitur lag zuletzt bei 848 und damit ebenfalls höher als in den Vorjahren.

Im bundesweiten Vergleich ist Baden-Württemberg den Angaben zufolge aber eher Schlusslicht: Sowohl bei den Quoten der Studienanfänger als auch bei den Studenten und Absolventen ohne allgemeine Hoch- oder Fachhochschulreife liegt das Land unter dem Bundesschnitt.

Der bundesweite Anteil der Studienanfänger ohne Abitur an allen Anfängern liegt laut CHE bei 2,6 Prozent. In Baden-Württemberg lag er 2016 bei 1,1 Prozent. Der Anteil der Studenten ohne Abitur insgesamt liegt deutschlandweit bei 2 Prozent - der Südwesten kommt auf nicht einmal 1 Prozent.

Die Möglichkeit, über den sogenannten dritten Bildungsweg sich auch über Berufspraxis für ein Studium zu qualifizieren, gibt es deutschlandweit seit fast zehn Jahren. So kann etwa die Note der Meister- oder Fachwirtprüfung die Abitur-Note bei der Bewerbung um einen Studienplatz ersetzen. Auch Fächer mit beschränkter Zulassung wie Medizin und Pharmazie können Studienanfänger so belegen.

Vordere Plätze beim Anteil der Studienanfänger ohne Abitur belegen Hamburg (4,6 Prozent), Nordrhein-Westfalen (4,2 Prozent) und Berlin (3,6 Prozent). Schlusslicht ist das Saarland mit 0,8 Prozent.

Entwicklung der Schülerzahlen in Baden-Württemberg

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