Illegaler Welpentransport - Entdeckte Tiere bleiben im Südwesten

Lesedauer: 3 Min
Diese Hundewelpen sollten offenbar in einem Transporter zum Verkauf nach Spanien gebracht werden. (Foto: Tierheim Stuttgart)
Deutsche Presse-Agentur
Die rund 100 aus einem illegalen Transport geretteten Welpen bleiben vorerst im Südwesten. Wie Agrarminister Peter Hauk (CDU) am Sonntag mitteilte, sollen die Hunde- und Katzenbabys wegen nachgewiesener Verstöße gegen das Tierschutzrecht nicht an den Besitzer in der Slowakei zurückgegeben werden. Die Landeshauptstadt Stuttgart habe den Besitzer bereits informiert. Offen sei noch, ob er Rechtsmittel dagegen einlege. Ziel sei es, die Welpen an zuverlässige neue Besitzer zu vermitteln.

Anfang des Monats hatten Ermittler die mehr als 100 Welpen bei Leonberg (Kreis Böblingen) aus einem Transporter aus der Slowakei befreit. Den Angaben zufolge sind inzwischen neun Tiere — sieben Katzen und zwei Hunde — im Tierheim gestorben. Weitere seien noch in einem kritischen Zustand.

„Die Transportbedingungen, der schlechte Pflegezustand der Tiere und das verfrühte Trennen von den Muttertieren sind ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzrecht“, erklärte Stefan Praegert vom Stuttgarter Ordnungsamt am Sonntag. Bei einer Rückgabe an den Besitzer sei davon auszugehen, dass erneut gegen Gesetze verstoßen werde.

Im Südwesten flogen in den vergangenen Monaten immer wieder illegale Tierhändler auf — unter anderem in Freiburg und Offenburg. Erst in der Nacht zum Samstag deckten Ermittler in Esslingen bei Stuttgart einen Fall von illegalem Welpenhandel auf. Zehn Hundewelpen waren laut Polizei mit einem rumänischen Transporter illegal und nicht artgerecht nach Deutschland transportiert worden — wo sie wohl verkauft werden sollten. Gegen zwei Rumänen im Alter von 26 und 33 Jahren wurde daraufhin ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im Jahr 2017 zählte der Tierschutzbund bundesweit 107 Fälle von illegalem Tierhandel, die meisten stammten aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Serbien und Bulgarien. Dabei sollen 641 Hunde und 80 Katzen illegal eingeführt worden sein. Im Jahr zuvor waren es 422 Hundewelpen und 13 Katzen. Die Sprecherin der Organisation verwies aber auf eine hohe Dunkelziffer.

Agrarminister Hauk hatte erst kürzlich an Verbraucher appelliert, keine Tiere zweifelhafter Herkunft aus dem Ausland zu kaufen. Auch der Tierschutzbund empfiehlt, Tiere nur im Tierheim oder bei seriösen Züchtern zu kaufen und bei niedrigen Preisen stutzig zu werden.

Illegaler Welpenhandel in Zahlen

Ihre Augen sind verklebt, viele sind unterernährt und traumatisiert: Polizisten haben mehr als 100 Hunde- und Katzenbabys auf der Autobahn bei Leonberg aus einem Transporter befreit. Die Tiere kommen aus der Slowakei und sollten nach Spanien gebracht werden. Inzwischen hat das Tierheim Stuttgart sie aufgenommen und erstversorgt.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen