Holocaust-Leugnung in KZ-Gedenkstätte: Prozess gegen AfD-Mitglied aus Weidels Reisegruppe

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Besucher betreten die Gedenkstätte Sachsenhausen
Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. . (Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Weil er in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen Tatsachen zum NS-Massenmord in Abrede gestellt haben soll, muss sich ein Teilnehmer einer AfD-Besuchergruppe vom Bodensee heute vor dem Amtsgericht Oranienburg verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin (Brandenburg) wirft dem 69-jährigen Mann Volksverhetzung und Störung der Totenruhe vor.

Die Gruppe aus dem Wahlkreis Bodensee der AfD-Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel hatte die Gedenkstätte im Juli 2018 besucht.

Mann leugnet Existenz von Gaskammern und provoziert Abbruch der Führung

Bei der Führung habe der Angeklagte geäußert, Gaskammern habe es im Zweiten Weltkrieg nur in den USA gegeben, teilte das Gericht mit.

Immer wieder waren der Angeklagte und weitere Teilnehmer der Besuchergruppe durch Zwischenrufe aufgefallen, wie die Gedenkstätte mitteilte.

Die Führung wurde abgebrochen und die Gruppe aus der Gedenkstätte verwiesen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hatte gegen den Mann einen Strafbefehl erlassen.

Dagegen legte dieser jedoch Einspruch ein. Daher kommt der Fall nun vor Gericht. Dem Mann droht eine Geld- oder Bewährungsstrafe.

Unklar ist, ob am Dienstag bereits das Urteil in dem Prozess fällt.

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