Schwäbische Zeitung
Digitalredakteur

Ein Vorfall in der Wasserachterbahn "Poseidon" im Europa-Park in Rust wird jetzt ein Fall für den Staatsschutz. Eine Gruppe von sieben Männern war am Montag in der Attraktion unterwegs. Die installierte Fotoeinrichtung, die während der Abfahrt als Erinnerung jedes Boot ablichtet, nutzten die Männer für das Zeichen des verbotenen Hitlergruß.

Sechs der sieben Männer streckten den rechten Arm in die Luft, ein weiterer Passagier zeigte das Peace-Zeichen. Ans Licht der Öffentlichkeit gebracht hat die Sache der Politiker Marco Böhme, der für die Links-Partei im sächsischen Landtag sitzt. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende sei mit Freunden im Park gewesen, als ihm das automatisch generierte Bild auf einem Monitor aufgefallen war, teilte er auf Twitter mit.

Daraufhin habe er die Personen der Parkleitung gemeldet, so Böhme. Auf Nachfrage von schwäbische.de gab der Politiker an, dass der Park erst nach mehrmaliger Nachfrage aktiv geworden sei. Zuvor hatte er in seinem Tweet kommuniziert, dass er sich von Nazis den Spaß nicht nehmen lasse - über 200.000 Menschen habe sein Post in der Zwischenzeit erreicht, so Böhme.

Mittlerweile ist das Foto ein Fall für die Polizei geworden. Wie das Polizeipräsidium Offenburg auf Nachfrage von schwäbische.de mitteilte, habe man Kenntnis von dem Fall erlangt und daraufhin eine Anzeige von Amtswegen her eingeleitet. Die Kollegen des Staatsschutz hätten die Ermittlungen aufgenommen, allerdings konnten die gesuchten Personen bisher nicht identifiziert werden, so ein Sprecher.

Auch der Europa-Park in Rust hat sich zu Wort gemeldet: auf Twitter reagierte der Freizeitpark auf den Tweet des Linken-Politikers und bestätigte den Vorfall in der Achterbahn. Böhme habe die Mitarbeiterin an der Fotoausgabe auf das Bild angesprochen, heißt es dort. Diese habe den Sicherheitsdienst alarmiert, der umgehend versucht hat, die Gruppe im Park ausfindig zu machen, was jedoch nicht gelungen sei.

Hätte man die Personen gefunden, wäre die Polizei alarmiert und die Gruppe des Parks verwiesen worden. Es sei das erste Mal gewesen, das so etwas im Park vorgekommen sei, sagte Pressesprecherin Diana Reichle dem Portal "Baden Online". Es sei wegen geringer Erfolgsaussichten nicht geplant, eine Anzeige zu erstatten.

Für eine Stellungnahme hinsichtlich der aktuellen polizeilichen Entwicklungen war die Park-Sprecherin am Freitag nicht zu erreichen.

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