„Helfen bringt Freude“ auf der Zielgeraden

 Nach einem Brand im nordirakischen Camp Sharia standen 365 Familien vor dem Nichts: „Helfen bringt Freude“ half dank großzügige
Nach einem Brand im nordirakischen Camp Sharia standen 365 Familien vor dem Nichts: „Helfen bringt Freude“ half dank großzügiger Spenden. (Foto: pm)
Reporter "Seite Drei"

Genau 862 728,22 Euro weist das Konto der Aktion „Helfen bringt Freude“ zum Jahresende 2021 auf: „Ein tolles Zwischenergebnis, für das ich allen Spenderinnen und Spendern herzlich danke“, freut sich Thomas Shairzid von der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen. Shairzid ist für die Umsetzung der Projekte im Nordirak verantwortlich und kann nun genau planen.

862 728,22 Euro: Mit dieser großzügigen Summe ist das Ziel, in diesem Jahr insgesamt 800 000 Euro zu erlösen, bereits jetzt erreicht. Die Aktion läuft noch bis zum Dreikönigsfest. „Mit weiteren Spenden können wir in 2022 den Jesiden und unseren Projektpartnern noch nachhaltiger zur Seite stehen und unbürokratisch helfen“, hofft Shairzid.

Umsetzung der Projekte gesichert

Schon jetzt ist sicher: In den Flüchtlingscamps im Nordirak können die lange geplanten Projekte wie angekündigt umgesetzt werden. Beispielsweise werden die Bagger zum Bau von Spiel- und Sportplätzen im Camp Esjan rollen. „Wenn das Wetter mitspielt, können pünktlich zum kurdischen Neujahrsfest am 21. März die Kinder und Jugendlichen in diesem Camp, in dem 13 000 Menschen leben, Fußball spielen“, blickt Camp-leiter Amer Abo voraus, „wir werden das Fußballturnier, den ,Schwabenpokal 2022’, hoffentlich in Esjan austragen!“

Fest steht auch: Die Therapeuten können weiter arbeiten, Schulbusse können weiter fahren, Zahnärzte weiter behandeln.

Doch sind weitere Spenden nicht nur willkommen, sondern auch für Sofortmaßnahmen nötig. Thomas Shairzid weiß aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre: „Es hat sich immer wieder gezeigt, dass zum Beispiel nach Bränden oder Überschwemmungen, nach Unwettern oder auch in Zeiten der Pandemie schnell und unbürokratisch geholfen werden muss.“ Im vergangenen Jahr beispielsweise standen nach einem Brand im Camp Sharia 365 Familien vor dem Nichts: „Durch weitere Spenden und Rücklagen konnten wir gemeinsam mit lokalen Partnern mit Zelten, Matratzen, Kleidung, Kühlgeräten und Lebensmitteln helfen.“

4200 Euro für jedes dezentrale Projekt

Aber nicht nur im Nordirak werden die Spendengelder erwartet. Jedes der 94 dezentralen „Helfen bringt Freude“- Projekte in aller Welt erhält 4200 Euro: Sofern sich die Spendensumme in den nächsten Tagen weiter erhöht, erhöht sich auch dieser Anteil.

Beispielsweise wird Schwester Kaja Peric in Tansania die Spende gezielt zur Untersützung HIV-positiver Mädchen einsetzen. Die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal (Alb-Donau-Kreis) unterhalten im tansanischen Binga eine Internatsschule, an der Mädchen und junge Frauen eine staatliche Ausbildung machen können: als Hauswirtschafterin, Hotelmanagerin, Näherin oder in Sozialpädagogik. „Wir nehmen oft Mädchen auf, die es nicht auf eine höhere Schule geschafft haben oder schlechte Noten hatten“, erklärt Schwester Kaja. Im Internat können sie so lange bleiben, bis sie einen Abschluss erreichen. Seit geraumer Zeit beobachten die Vinzentinerinnen eine alarmierende Entwicklung: „Wir nehmen immer öfter Mädchen von der Straße auf.“ Keine Prostituierten, sondern junge Obdachlose, mit einer belastenden Vorgeschichte. „Und genau hier kommen Eure 4200 Euro genau zu rechten Zeit“, dankt Schwester Kaja.

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