Grütters, Kretschmann und Palmer vor Hölderlinturm
Monika Grütters, Winfried Kretschmann und Boris Palmer (l-r.) vor dem sanierten Hölderlinturm. (Foto: Gudrun de Maddalena / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Nach mehrjähriger Sanierung ist der Hölderlinturm in Tübingen am Samstag wiedereröffnet worden. Am Festakt nahmen der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) teil. Damit gaben sie den Auftakt zum Jubiläumsjahr anlässlich des 250. Geburtstags des schwäbischen Lyrikers.

„Kaum ein deutscher Dichter ist so vielfältig interpretiert worden wie Hölderlin“, sagte Kretschmann. Soldaten habe er als Kriegslektüre gedient, die Linke habe ihn als Revolutionär entdeckt und auch Grüne könnten Anknüpfungspunkte bei seiner Naturverehrung finden. Für viele sei Hölderlin anschlussfähig, weil er in einer Epoche voller Umbrüche gelebt habe. „In seinen Gedichten sucht er nach dem, was die moderne Zeit verloren hat: der Einheit allen Seins.“

Damit treffe er „in unserer rationalisierten, technisierten Welt einen Nerv der Zeit“, ergänzte Kulturstaatsministerin Grütters. Hölderlin sei zum „wirkungsmächtigen Kulturbotschafter“ geworden, sein Werk zur „Weltlektüre“.

Den kulturgeschichtlichen Stellenwert, den Hölderlin Tübingen verleiht, betonte Oberbürgermeister Palmer. Spaßhaft reimte er: „Der Hölderlin, der Hegel, der Uhland und der Hauff: Die sind bei uns die Regel, das fällt hier gar nicht auf.“ Das setze sich bis in die Gegenwart fort: „Wir sind in Europa die Nummer eins bei der Erforschung der Künstlichen Intelligenz, bei der natürlichen Intelligenz sind wir ohnehin führend.“

Friedrich Hölderlin (1770-1843) verbrachte die zweite Hälfte seines Lebens psychisch angeschlagen im nach ihm benannten Turm am Neckar. Die neue Dauerausstellung über Leben und Werk des Poeten ist ab Sonntag, 16. Februar, für Besucher geöffnet. Bis Ende des Jahres finden bundesweit mehr als 600 Veranstaltungen statt.

Hölderlinturm

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