Wolfgang Gedeon darf wieder in der AfD-Fraktion mitarbeiten.
Wolfgang Gedeon darf wieder in der AfD-Fraktion mitarbeiten. (Foto: Christoph Schmidt)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Die AfD-Fraktion bindet ihren ehemaligen Abgeordneten Wolfgang Gedeon wieder stärker ein. Nach Informationen der „Schwäbischen Zeitung“ hat die Landtagsfraktion in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen, Gedeon in den Arbeitskreis Europa aufzunehmen. Ein entsprechender Antrag des Abgeordneten Heiner Merz fand eine Mehrheit. Noch-Fraktionschef Jörg Meuthen gefällt das nicht, wie er der „Schwäbischen Zeitung“ sagte. „Das ist nicht in meinem Sinne, die Abstimmung ist auch mit knappster Mehrheit ausgefallen.“

Beobachter vermuten, dass dieser Schritt der erste auf Gedeons Weg zurück in die Fraktion ist. Meuthen, der Ende des Monats den Fraktionsvorsitz wegen seines Wechsels in Europaparlament abgibt, glaubt das nicht. „Es wird nach meiner felsenfesten Überzeugung keine Wiederaufnahme von Herrn Gedeon in die Fraktion geben.“ Dafür brauche es eine Zweidrittel-Mehrheit, und die sei überhaupt nicht absehbar.

Im Sommer 2016 hatte sich die AfD-Fraktion über den Umgang mit dem Abgeordneten Gedeon entzweit. Meuthen wollte ihn wegen antisemitischer Schriften ausschließen, fand dafür aber keine Mehrheit.

Daraufhin verließ er mit einem Großteil der Abgeordneten die Fraktion und gründete eine neue, die Alternative für Baden-Württemberg. Nach einer Intervention von Meuthens damaliger Co-Bundesvorsitzenden Frauke Petry in Stuttgart verließ Gedeon aus eigenen Stücken die Fraktion und machte damit den Weg frei für den erneuten Zusammenschluss der beiden Fraktion. Der erfolgte im Oktober. Seitdem ist Gedeon Einzelabgeordneter im Landtag.

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