Jan Ilhan Kizilhan
Jan Ilhan Kizilhan, Psychologe, Orientalist und Psychiotherapeut, steht vor dem Staatsministerium. (Foto: Stefanie Järkel/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der Psychologe und Trauma-Spezialist Jan Ilhan Kizilhan sieht im Friedensnobelpreis für die Aktivistin Nadia Murad ein wichtiges Signal für alle Jesiden. Kizilhan hatte Murad ärztlich betreut, nachdem sie zusammen mit anderen Frauen aus der Gewalt von IS-Terroristen befreit worden war.

Im Radioprogramm SWR Aktuell sagte er am Freitag, er hoffe, dass der Preis auch einen stabilisierenden psychischen Effekt für Nadia Murad und andere von sexueller Gewalt betroffene Frauen haben werde. Der preis zeige, „dass die Welt sie gehört hat“. Murad lebt heute in Baden-Württemberg, wo rund 1000 Jesidinnen aus dem Nordirak Schutz gefunden haben. Sie macht seit Jahren auf das Schicksal ihrer Leidensgenossinen aufmerksam.

Weiter sagte der an der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen tätige Psychologe „Wenn ich denke, wie wir Nadia Murad 2015 vorgefunden haben und dass sie jetzt eine Stimme ihres Volkes ist - ein großartiger Preis für eine Frau, die es verdient hat, ein großartiger Preis auch an die Landesregierung in Baden-Württemberg, die es ermöglicht hat, dass Nadia Murad diese Entwicklung machen konnte.“ Das Nobel-Komitee hat am Freitag in Oslo bekannt gegeben, dass Murad und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege den Friedensnobelpreis bekommen.

Informationen zum Friedensnobelpreis (englisch)

Bisherige Friedensnobelpreisträger (englisch)

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