Wohnungsbau in Freiburg
An einem Rohbau hängt ein Banner mit der Aufschrift "Freiburger Stadtbau". (Foto: Patrick Seeger / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Stadt Freiburg will stärker gegen Wohnungsnot und steigende Mieten vorgehen. Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) plant eine Mietobergrenze und Sozialleistungen. Kein Mieter in städtischen Wohnungen soll mehr als 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Miete ausgeben müssen.

Vor allem Einkommensschwache, die unter hohen Mieten leiden, profitierten davon, sagte Horn am Freitag. Freiburg gehe damit bundes- und landesweit einen Sonderweg. Zudem baue die Stadt in den nächsten zehn Jahren zusätzlich zu bereits bestehenden Bauplänen 2500 weitere Wohnungen.

Freiburg hat rund 230 000 Einwohner und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte in Baden-Württemberg. Fehlender Wohnraum sowie vergleichsweise hohe Mieten und Immobilienpreise sind die Folge. Horn ist seit Sommer 2018 Oberbürgermeister. Bezahlbares Wohnen hatte er schon im Wahlkampf zu einem Schwerpunktthema gemacht.

Im Gegensatz zu Berlin entscheide sich Freiburg nicht für einen Mietdeckel, der Mieten generell begrenze, sagte Horn. Es werde vielmehr individuelle Förderungen geben. Mieter mit geringem Einkommen sowie weite Teile des Mittelstandes würden von höheren Mieten ausgenommen. Jene, die es sich finanziell leisten könnten, müssten dagegen bei Mieterhöhungen mehr bezahlen. Es werde dadurch bezahlbares Wohnen für mehr Menschen als bisher möglich. Dies sei sozial gerechter als ein generelles Begrenzen der Mieten.

Hinzu kommt eine Wohnbauoffensive. Den Angaben zufolge hat die Stadt bislang 30 neue Wohnungen jährlich geschaffen, nun sollen es 250 sein. Gleichzeitig will Freiburg den Anteil an Mietwohnungen erhöhen. Bislang seien 40 Prozent der von der Stadt gebauten Wohnungen verkauft worden, der Rest wurde vermietet. Ziel ist es nun, 75 Prozent der Wohnungen Mietern zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung zu stellen.

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