Deutsche Presse-Agentur

Wer in den Datenbanken des Statistischen Landesamtes Angaben zu Frauen sucht, wird nicht immer fündig. In den Tabellen zur Bevölkerungsstatistik tauchen oft nur Männer separat auf. Der Anteil der Frauen muss zum Teil selbst berechnet werden. Darüber berichteten zunächst die „Badischen Neuesten Nachrichten“.

Das Landesamt erklärt die Begrenzung auf ein Geschlecht damit, dass Speicherkapazität begrenzt und teuer war, als die Datenbanken in den 1960er- und 1970er-Jahren entwickelt wurden. Weshalb damals „männlich“ und nicht „weiblich“ als Merkmal festgelegt worden sei, entziehe sich der Kenntnis. Heute scheitert eine Änderung der Darstellung demnach daran, dass die Struktur der Datenbank erst aufwändig geändert werden müsste und längere Zeiträume dann schwerer abzubilden seien. Außerdem würden Tabellen unübersichtlicher.

Ein neues Datenbank-System, das 2022 eingeführt werden soll, könnte die Ungleichheit beenden, weil dort auch Angaben zum weiblichen Geschlecht gespeichert werden. Unklar ist allerdings, ob bei veröffentlichen Tabellen künftig auch tatsächlich mehr als ein Geschlecht aufgeführt wird. Das ist den Statistikern zufolge von der Größe der Tabelle abhängig und „sollte deshalb von Fall zu Fall entschieden werden“.

Angaben zum Geschlecht „divers“, das seit Dezember 2018 registriert werden kann, fließen in die Statistiken nicht ein. Das Landesamt verweist auf die geringen Fallzahlen und Datenschutzgründe. Die wenigen Fälle werden nach dem Zufallsprinzip den Geschlechtern „weiblich“ und „männlich“ zugeordnet.

Webseite des Statistischen Landesamts

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