Flugzeug-Kollision: Identität der Opfer wohl geklärt

Lesedauer: 4 Min
Zusammenstoß
Ein Flugzeug war mit einem Ultraleichtflugzeug zusammengestoßen, beide Flugzeuge waren im Landeanflug auf den Adolf Würth Flughafen. (Foto: Sdmg/Kohls / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Warum sind zwei Kleinflugzeuge bei ruhigem Wetter in der Luft zusammengestoßen? Nach dem Unglück mit zwei Toten in der Nähe von Schwäbisch Hall läuft die Suche nach der Ursache weiter. „Das wird mehr oder weniger den Tag in Anspruch nehmen“, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. „Außerdem steht die Bergung der Wracks an.“ Wann das geschehe, sei aber noch offen.

Bei dem Zusammenstoß im Nordosten Baden-Württembergs waren am Sonntag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Maschinen seien im Landeanflug gewesen, teilte die Polizei mit. Demnach handelt es sich um ein Sportflugzeug und um ein Ultraleichtflugzeug.

 

Nach Polizeiangaben vom Montagmittag gibt es Anhaltspunkte über die Identität der beiden Verstorbenen. Es soll sich demnach im Ultraleichtflugzeug um einen 76 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Heilbronn und im Sportflugzeug um einen 74 Jahre alten Mann aus dem Raum Stuttgart gehandelt haben. Der 74-Jährige startete wohl von Stuttgart aus, der 76-Jährige in Regensburg. Beide wollten in Schwäbisch Hall landen, wobei es den ersten Erkenntnissen nach im Landeanflug zum Zusammenstoß kam. Die Ursache hierfür ist noch nicht bekannt und nun zentraler Gegenstand der Ermittlungen. Die Identifizierung der Opfer sei noch nicht vollständig abgeschlossen, teilte die Polizei mit.

 Weiträumig abgesperrt

Dem Polizeisprecher zufolge haben sich inzwischen erste Zeugen gemeldet, die möglicherweise zur Klärung beitragen können. Die Ermittler hatten zuvor auch eine Gruppe Jugendliche, die demnach in der Nähe des Absturzorts unterwegs war, gebeten, sich zu melden. Dem Sprecher zufolge ist unter den derzeitigen Zeugen aber noch niemand aus der Gruppe.

Das Ultraleichtflugzeug brannte den Angaben nach aus und wurde von der Feuerwehr gelöscht. Die Absturzstelle rund 600 Meter vom Flughafen Adolf Würth wurde bereits am Sonntag weiträumig abgesperrt. Der Polizei zufolge hatten beide Piloten den Airport, der sowohl als Geschäftsflugplatz als auch für den Luftsport genutzt wird, angesteuert. Der Airport war nach eigenen Angaben am Montag wieder für den Flugverkehr freigegeben.

Größtes Unglück über Überlingen

Der Flughafen hatte noch für 2017 auf seiner Homepage einen sogenannten Safety Letter veröffentlicht, um auf die besonderen Herausforderungen dort hinzuweisen. An dem Airport finden nach eigenen Angaben mehr als 30 000 Flugbewegungen pro Jahr statt. Ein Mischverkehr aus Maschinen im Sicht- und im Instrumentenflug mache An- und Abflug aber zu einer Herausforderung, hieß es.

Erst im Januar waren in der Nähe von Karslruhe in Rettungshubschrauer und ein Sportflugzeug in der Luft zusammengestoßen. Vier Menschen kamen damals ums Leben. Solche Zusammenstöße von Flugzeugen in der Luft sind äußerst selten.

Zu einem der größten Unglücke dieser Art kam es 2002 in der Nähe von Überlingen, als beim Zusammenstoß eines Fracht- und eines Passagierflugzeuges Dutzende Menschen starben. Im November 2017 kamen bei einem Zusammenstoß zwischen einem Hubschrauber und einem Kleinflugzeug in Südengland vier Menschen ums Leben.

Laut Staatsanwaltschaft hat eine vereiste Klappe den Absturz eine Geschäfsflugzeugs bei Waldburg im Dezember ausgelöst. Ein Pilot zweifelt daran, ein Zwischenbericht von Flugunfallexperten legt sich ebenfalls nicht fest.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen