Henning Lobin
Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache Henning Lobin. (Foto: Uwe Anspach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Trotz umstrittener Äußerungen von Politikern sieht der neue Chef des Instituts für Deutsche Sprache keine Verrohung der Sprache. Provokante Wortbildungen habe es schon immer gegeben - allerdings hätten sie nicht zu so intensiven gesellschaftlichen Diskussionen wie heute geführt, sagte der Professor für Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik, Henning Lobin, der Deutschen Presse-Agentur in Mannheim. „Die Echokammer des Internets sorgt für Zuspitzung - eine Änderung der sprachlichen Kultur sehe ich aber nicht.“ Schon in den 1960er Jahren sei etwa der Begriff des Vaterlandsverräters gegen Linke angewendet worden. Damals hätten aber Kontrollmechanismen in den Printmedien eine breite Diskussion verhindert.

FDP-Bundeschef Christian Lindner hatte jüngst eine Verrohung der Sprache kritisiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mahnte zu „Disziplin in der Sprache“.

Der gebürtige Lüneburger leitet seit Anfang August die vom Bund und den Bundesländern, darunter Baden-Württemberg mit einem überdurchschnittlichen Anteil, finanzierte außeruniversitäre Einrichtung.

Institut für Deutsche Sprache

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