Europa-Park will „Piraten in Batavia“ 2020 wiedereröffnen

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"Piraten in Batavia" waren eine der beliebtesten Attraktionen des Europaparks. (Foto: Europapark)
Digitalredakteur

Knapp zwei Monate, nachdem bei dem Großbrand im Europa-Park in Rust die beliebte Attraktion "Piraten in Batavia" vollständig niederbrannte, ist die Zukunft der Bahn geklärt. Im Jahr 2020 sollen die Piraten wieder in See stechen, wie Pressesprecherin Diana Reichle auf Anfrage von schwäbische.de mitteilte.

Der Wunsch der Besitzerfamilie Mack sei es, "dass die Attraktion wieder so aufgebaut wird, wie sie die Besucher kennen", so Reichle weiter. Damit werden die Wünsche vieler Fans der Piraten-Fahrt wahr, die sich für einen detailgetreuen Wiederaufbau der 1987 eröffneten Bahn ausgesprochen hatten. In einer Umfrage auf schwäbische.de wollten (Stand 18.07. 15.00 Uhr) über 86 Prozent den Wiederaufbau, nur etwa 13 Prozent sprachen sich für eine neue Attraktion mit anderem Konzept aus.

Seit 1987 war die Indoor-Bootsfahrt im Themenbereich "Niederlande" in Betrieb. Thematisch drehte sich die Attraktion hauptsächlich um den Einfall von Piraten in die Hafenstadt Batavia, wie die indonesische Hauptstadt Jakarta bis 1942 hieß. Entlang des Kanals lieferten sich mechanische Puppen, sogenannte Animatronics, Schießereien und Wirtshausprügeleien.

Zwar gebe es noch keine weiteren Detailpläne, allerdings werde die Technik an den derzeitigen Stand der Dinge angepasst, erklärte Reichle weiter. "Die Figuren werden sich filigraner bewegen. Aber wer die „Batavia“ vor dem Brand gefahren war, wird diese in der neuen Version wiedererkennen.“, kündigte Armin Hänßel, der den Wiederaufbau des Fahrgeschäfts plant, im Gespräch mit der Badischen Zeitung an.

Noch in der vergangenen Woche hatte es über die Art und Weise, wie das Comeback des Fahrgeschäfts aussehen soll, Unklarheit gegeben. Bei einem Treffen des offiziellen Europa-Park Fanclubs hatte Geschäftsführer Michael Mack die Pläne so beschrieben, wonach die "jungen Wilden" - wie er die junge Generation der Entscheidungsträger um sich selbst bezeichnete - einen modernisierten Bau bevorzugte, während Macks Vater Roland Mack die Bahn "eins zu eins" wieder aufgebaut haben wollte.

Skandinavien soll 2019 wieder eröffnen

Bereits im kommenden Jahr soll das skandinavische Dorf wieder eröffnen. Auch hier hatte das Feuer am 26. Mai große Schäden angerichtet. Die Schadenssumme des Feuers hatte sich zuletzt als gravierender dargestellt wie bislang angenommen. Die Staatsanwaltschaft Freiburg geht derzeit von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich aus, der Europa-Park selbst ist bei der Taxierung etwas defensiver.

Die Ermittlungen zur Brandursache sind derzeit noch nicht abgeschlossen. Ursächlich für das Flammen-Inferno sei wohl ein technischer Defekt auf dem benachbarten Gelände des Fjord-Raftings.

Die Aufräumarbeiten vor Ort sind nach wie vor in vollem Gange. Ein genauer Zeitpunkt, wann mit dem Wiederaufbau der "Piraten in Batavia" begonnen werden kann, stehe noch nicht fest, so Reichle weiter. Vor Ort selbst ist das betroffene Areal weiterhin abgesperrt, Sichtschutzwände sind um die Ruinen angebracht, während der Abriss und der Abtransport des Schutts weitergehen. 

Das Feuer selbst hat dem hohen Besucheraufkommen im Europa-Park indes keinen Abbruch getan: "Die Besucherzahlen entsprechen den Prognosen und haben nicht unter dem Ereignis gelitten", erläuterte Reichle. Neben dem Neuaufbau der zerstörten oder beschädigten Park-Bereiche laufen derzeit mehrere Großbaustellen parallel. Unter anderem investiert der Park 150 Millionen Euro in das Wasser-Erlebnis-Ressort "Rulantica".

Am 26. Mai stehen Teile des Europa-Park in Rust in Flammen.
Am 26. Mai stehen Teile des Europa-Park in Rust in Flammen. (Foto: dpa)
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