Erzieherinnen zwingen Kinder zum Essen, bis sie erbrechen: Staatsanwaltschaft ermittelt

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Deutsche Presse-Agentur

Nach massiven Vorwürfen gegen zwei Erzieherinnen, die Kinder bis zum Erbrechen zum Essen gezwungen haben sollen, ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen. Das berichtet der „Südkurier“ (Samstag). Dabei geht es um Vorfälle im katholischen Kindergarten St. Elisabeth in Lauchringen (Kreis Waldshut). Der Leiterin der Einrichtung und einer weiteren Kindergärtnerin war nach Bekanntwerden der Vorwürfe gekündigt worden.

Beide werden beschuldigt, die Kinder rüde behandelt, zum Essen genötigt und auch zum Schlafen auf Befehl gezwungen zu haben. „Es wird geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten gegeben ist“, sagte Florian Schumann von der Staatsanwaltschaft der Zeitung.

Ein Sprecher des Erzbistums Freiburg teilte am Freitag mit, dass die Beschuldigten ihre Schutzbefohlenen „unzulässigem Druck und pädagogisch fragwürdiger Behandlung ausgesetzt“ hätten. Damit hätten sie sich der Beeinträchtigung des Kindeswohls schuldig gemacht. Die Kündigung sei bereits zum Ende des vergangenen Monats ergangen.

„Kirchliche Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die der Kirche anvertrauten Menschen, insbesondere Kindern sein“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Gegen dieses Leitbild hätten die Mitarbeiterinnen willentlich verstoßen. Laut Mitteilung bat der Träger der Einrichtung, die Kirchengemeinde Mittlerer Hochrhein St. Verena, die Eltern um Entschuldigung.

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