Wasser abpumpen
Einsatzkräfte leiten Wasser aus der Höhle, in der die Gruppe eingeschlossen war. (Foto: kyodo / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Der baden-württembergische Tunnelbohrer Herrenknecht hat Spezialisten an den Unglücksort des Höhlendramas in Thailand geschickt. Dort hätten sie zunächst geprüft, ob sie mit Bohrungen bei der Rettung der in einer Höhle eingeschlossenen Jugendfußball-Mannschaft helfen könnten, sagte ein Sprecher des Weltmarktführers am Sonntag.

Zuvor hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet, Fachleute von Herrenknecht stünden bereit, um zunächst ein Loch zur Luftzufuhr in die Höhle zu bohren, in der die Jugendlichen durch einen Wassereinbruch eingeschlossen wurden. Danach hätte man eventuell ein Loch bohren können, durch das Wasser aus der Höhle ablaufe, erklärte der Konzernchef Martin Herrenknecht (76) der Zeitung. Allerdings hätte dies 8 bis 14 Tage dauern können.

Krankenwagen mit den geretteten Jugendlichen. (Foto: AFP)

Am Samstag seien die Herrenknecht-Experten am Unfallort angekommen. Allerdings begann am Sonntag ein international besetztes Team von Spezialtauchern mit einem Versuch, die zwölf Jungen und ihren Trainer aus der Höhle herauszuholen. An der Aktion seien die Spezialisten des Unternehmens nicht beteiligt gewesen.

Unternehmer Martin Herrenknecht
Unternehmer Martin Herrenknecht (Foto: dpa)

Sechs Jugendliche gerettet

Inzwischen konnten vier der thailändischen Jugend-Fußballer gerettet werden. Spezialtaucher holten die ersten sechs Mitglieder ins Freie – das teilten die Thai Navy Seals und thailändische Behörden mit. Die übrigen Mitglieder der Jugend-Fußballmannschaft sollten am Montag (Ortszeit) aus der Höhle befreit werden, erklärte das Amt für Katastrophenschutz. 

Mehrere befreite Jungen wurden sofort ins nächstgelegene Krankenhaus geflogen, wie die thailändische Zeitung „Bangkok Post“ berichtete. Provinz-Gouverneur Narongsak Osotthanakorn kündigte eine Pressekonferenz an.

Die zügige Befreiung von vier Jungen spricht dafür, dass die am Sonntagmorgen gestartete Rettungsaktion besser und schneller als erwartet lief. In einer offiziellen Mitteilung der thailändischen Behörden kurz vor Bekanntwerden der ersten Rettungsberichte hatte es noch geheißen, es sei nicht absehbar, wann die ersten Jungen die Höhle verlassen könnten.

Höhlenforscher im Blautopf

Der Mörikedom, die Apokalypse und der Friedhof der Kuscheltiere – so haben die Forscher der Blautopfhöhle ihre größten Entdeckungen genannt. Hohlräume mit haushohen Decken und ebenso großen Stalaktiten. Und diese Liste soll in Zukunft noch erweitert werden. Das ist zumindest der Traum von Höhlenforscher Andreas Kücha. Er taucht seit mehr als 20 Jahren in der Blautopfhöhle. Uns hat er erzählt, was in immer wieder in die Tiefen des Blautopfs zieht.

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