Ein Feldhamster schaut aus seiner Transportbox
Ein Feldhamster schaut bei seiner Auswilderung aus der Transportbox. (Foto: Uwe Anspach / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Früher wimmelte es im Rhein-Neckar-Kreis von Feldhamstern, jetzt wird der vom Aussterben bedrohte Nager mühsam wieder heimisch gemacht. Ein Auswilderungsprojekt in Mannheim zeigt erste Erfolge. „Nach einigen Jahren der Schutzmaßnahmen und der Wiederherstellung artgerechter Lebensräume sehen wir Fortschritte“, sagte Ulrich Weinhold, Geschäftsführer des Instituts für Faunistik in Heiligkreuzsteinach. Auf einem aus der Produktion genommenen Feldstück mit Hafer und Luzernen seien im Frühjahr 60 Bauten gefunden worden. Der Bewuchs biete Nahrung und Deckung.

Diese Tiere könnten die Keimzelle für eine sich selbst tragende Population auf einer etwa 160 Hektar großen Ansiedlungsfläche sein. Diese wird von den Bauern im Auftrag der Stadt Mannheim und des Regierungspräsidiums Karlsruhe hamstergerecht bewirtschaftet. Das Areal war laut Weinhold schon in römischer Zeit Hamster-Gebiet.

Wichtig sei, dass die Feldhamster genügend Vorrat für ihren sechs Monate langen Winterschlaf anlegen können, erläuterte der Biologe. Minimum seien ein bis zwei Kilogramm an Körnern und Samen, damit die Tiere überleben und sich im Frühling fortpflanzen können. Immer wieder werden neue Tiere ausgesetzt, jüngst rund 40, um den Bestand zu stützen. Im Gesamtjahr werden 170 im Heidelberger Zoo gezüchtete Tiere in die Freiheit entlassen.

Neben der modernen intensiven Landwirtschaft sind die größten Feinde der Feldhamster Mäusebussarde, Milane, Füchse und Dachse. Cricetus Cricetus wiegt bis zu einem halben Kilogramm und wird bis zu 35 Zentimeter groß.

Institut für Faunistik

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