Entsetzen über mutmaßliche Tierquälerei in Schlachthof

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Schlachthof Gärtringen
Blick auf den Schlachthof Gärtringen. (Foto: Christoph Schmidt / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Schläge und Tritte, Elektroschocker, unprofessionelle Betäubung - das sind nur einige der Vorwürfe, die ein Tierschutzverein gegen einen Schlachthof in Gärtringen erhebt. Soko Tierschutz beruft sich auf Filmmaterial aus den Monaten Juni und Juli, die ihnen vorliegen. Bei etlichen Übergriffen seien amtliche Tierärzte anwesend gewesen, teilte die Münchner Organisation am Montag mit. Das Böblinger Landratsamt versprach Aufklärung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

„Tieren werden beim Treiben regelmäßig Holzstangen in den After gestoßen, Elektroschocker werden hemmungslos und illegal eingesetzt“, hieß es bei Soko Tierschutz. Die Metzger schlügen auf die Köpfe und Schnauzen von Tieren ein, Schafe würden an einem Bein durch die Halle geschleift, ein Ferkel aus dem Transporter geworfen. „Es ist entsetzlich, zu sehen, wie eine Tierärztin zuschaut, wenn ein Schwein in die Betäubungsbox eingeklemmt wird, offensichtlich nicht betäubt ist und sie selbst dann nicht eingreift, als der Schlachter das Tier bei Bewusstsein abstechen will“, schildert Friedrich Mülln von Soko Tierschutz die Aufnahmen.

Die Zustände sollen nun „schonungslos“ aufgeklärt werden, sagte am Montag der Chef des Landratsamts Böblingen, Roland Bernhard. Der Film habe schockiert und sprachlos gemacht, es herrsche Erschütterung und Entrüstung, die Staatsanwaltschaft ermittle bereits. Man müsse aber auch der Reihe nach vorgehen, was die Vorwürfe betreffe. Das Amt könne nur stichprobenartig kontrollieren, in erster Linie sei der Betreiber verantwortlich. Dieser war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Thekla Walker, forderte von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) eine schnelle und lückenlose Aufklärung. Dieser äußerte sich ebenfalls: „Die entsetzlichen Bilder aus dem Schlachthof Gärtringen, die wir seit dem Wochenende kennen, haben nichts mit unserer Vorstellung von Tierschutz gemein. Wir haben die zuständigen Behörden vor Ort umgehend aufgefordert, die Vorgänge aufzuklären“, sagte Hauk in Stuttgart. Ausgehend von den Erkenntnissen der Behörden würden das weitere Vorgehen festgelegt und entsprechende Konsequenzen gezogen. „Beim Tierschutz gibt es keinen Rabatt“, sagte Hauk.

Pressemitteilung der Soko Tierschutz

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