Die Internetseite ist das Kernstück der Kampagne „50-80-90, Energiewende machen wir“. (Foto: Screenshot)
Schwäbische Zeitung
Klaus Wieschemeyer
Redakteur

Man kann wahrlich nicht sagen, dass die Energiewende der Landesregierung nichts wert ist: Insgesamt 2,43 Millionen Euro lässt sich Rot-Grün eine Kampagne mit dem Namen „50-80-90, Energiewende machen wir“ kosten, die seit vergangenem Mai für einen neuen Kurs in der Energiepolitik wirbt. Eine Agentur setzt die Kampagne um, dazu kommen noch knapp zwei Stellen im Ministerium.

Bis zum Ende der Legislaturperiode im Mai 2016 soll die Initiative die zentralen Kernziele der Regierung bis zum 2050 skizzieren: 50 Prozent weniger Energieverbrauch, 80 Prozent erneuerbare Energien, 90 Prozent weniger Treibhausgase.

„Das Geld ist gut angelegt“, sagt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) über die Kampagne, deren Herzstück eine Internetseite ist. Für diese wurde mit Anzeigen in einer regionalen Sonntagszeitung und einer so genannten Roadshow geworben.

Wenige Foren-Einträge

Die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CDU offenbart Schwächen der Seite: So nutzten am Ende des Jahres nur wenige Bürger die interaktiven Beteiligungsmöglichkeiten, bei Online-Abstimmungen machten im letzten Quartal 2013 insgesamt 679 Personen mit. Im Forum „Aktuelle Debatte“ gingen die Einträge von Oktober an zurück, im Dezember 2013 fand sich kein neuer Eintrag (am gestrigen Dienstag war einer von Sonntag zu finden). Insgesamt klickten im ersten Jahr rund 80500 Besucher auf die Seite, jeder achte mehrfach.

Man evaluiere regelmäßig den Erfolg der Kampagne und steuere nach, sagte Minister Untersteller am Dienstag. Wie bekannt die Kampagne im Land ist, kann das Ministerium auf CDU-Anfrage übrigens nicht sagen – für repräsentative Ergebnisse brauche man eine Umfrage mit vielen Leuten – und die wäre teuer.

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