Einsatz „verdeckter Kräfte“ in Sigmaringen: Strobl weist Vorwürfe zurück

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Baden-Württrembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU)
Baden-Württrembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) hat sich am Montag gegen Vorwürfe verteidigt, er habe Polizisten in Gefahr gebracht. Strobl hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in Sigmaringen „verdeckte Kräfte“ einzusetzen. Daraufhin hatten Gewerkschaften und Opposition ihm vorgehalten, Interna ausgeplaudert und die Beamten gefährdet zu haben.

Strobl sagte, es handle sich um ein Missverständnis. Mit „verdeckten Kräften“ sei im Polizeijargon nicht der Einsatz von Beamten gemeint, die sich mit falscher Identität etwa in kriminelle Banden einschleusen. „Ich hätte auch sagen können: Wir setzen Schutz- und Kriminalpolizisten ein. Kriminalpolizisten arbeiten so gut wie immer in Zivil und damit verdeckt“, erklärte der CDU-Minister.


Am Dienstagnachmittag kontrollieren zwei Polizeibeamte (rechts) den Bereich rund um die Bahnhofshalle Sigmaringen.
Am Dienstagnachmittag kontrollieren zwei Polizeibeamte (rechts) den Bereich rund um die Bahnhofshalle Sigmaringen. (Foto: Sebastian Musolf)

Er werde solche Maßnahmen weiterhin öffentlich ankündigen, wenn dies angemessen sei – etwa, um den Druck auf die Kriminellen zu erhöhen. Dieses Vorgehen sei mit der Polizeiführung auch abgesprochen.

Er nehme die Hilferufe aus Sigmaringen weiterhin sehr ernst und halte die angekündigten Maßnahmen für absolut angemessen. In der Stadt ist die Kriminalität 2017 gestiegen. Vor allem Flüchtlinge und Wohnungslose wurden auffällig.

CDU-Generalsekretär Manuel Hagel warf FDP und SPD vor, die Menschen mit falschen Informationen zu beunruhigen. Hagel griff insbesondere die SPD an. „Am Ende bleibt für mich das Fazit: Die SPD fühlt sich in der Opposition deutlich wohler als in der gestaltenden Rolle. Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen.“

Kriminalität: Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge nimmt zu (2016)

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