Deutsche Schüler mit schlechten Noten in Pisa-Studie: Das sagen User von Schwäbische.de

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Schülerinnen leiden mehr unter Prüfungsangst als ihre männlichen Klassenkameraden.Foto: dpa
Deutschlands Schüler haben sich in allen Bereichen der neuen Pisa-Studie verschlechtert. (Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa)
Schwäbische Zeitung

Deutsche Schüler haben sich in allen drei Bereichen der neuen Pisa-Studie verschlechtert. 

Wir haben Schwäbische.de-User nach ihrer Meinung gefragt.

Eine Auswahl an Meinungsbeiträgen:

Sprachliche Defizite durch Schüler mit Migrationshintergrund.

Johannes B.: "Aufgrund einer weiteren Zunahme von Schülern mit Migrationshintergrund und den damit einhergehenden sprachlichen Defiziten, wäre es schon verwunderlich, das jetzige Niveau zu halten. Ein ständiges Herumdoktern an der Bildungspolitik, Unterrichtsausfälle durch eingesparte Lehrer sowie legalisiertes Schulschwänzen freitags lassen eher noch Schlimmeres befürchten."

In den Schulen macht man Druck und Stress ohne Ende.

Monika R. (via Facebook): "In den Schulen macht man Druck und Stress ohne Ende. Alles wird schnell laut Lehrplan durchgezogen. Und wer nicht mitkommt, hat verloren. Dazu die gesamte Verblödungsmaschinerie in Form von Youtube(rn) und Games - und zack, schon passiert's."

Wir brauchen ein Schulsystem nach skandinavischem Vorbild.

Stefan N.: "Unser Schulsystem im Ganzen ist veraltet. Wir brauchen ein Schulsystem nach skandinavischem Vorbild, dann lernen die Kinder auch wieder mehr."

Gibt viele Gründe, sich um Bildung Sorgen zu machen. Pisa ist keiner davon. 

Rolf S. (via Facebook): "Es gibt viele Gründe, sich um die Bildung Sorgen zu machen. Aber Pisa ist keiner davon. Ich als Lehrer könnte leicht einen Unterricht machen, bei dem meine Schüler in diesen Vergleichstests besser abschneiden. Da hätte ich weniger Arbeit. Aber es entspricht nicht dem Bild eines 16-Jährigen, den ich aus der Schule begleiten will. Dieser soll doch denken können, Probleme lösen können, Ideen entwickeln können, Vernünftiges von Populismus unterscheiden können. Seit wann zeigt sich so etwas in Multiple-Choice-Aufgaben? Das zeigt sich im praktischen Tun, in der Kommunikation, im Experimentieren und Überprüfen von Hypothesen. DAS ist Lernen, alles andere ist nur Büffeln.

Den Schülern einfach das abverlangen, was man uns abverlangt hat.

Manuela W.: "Dass wir nicht besser werden, wenn die Ansprüche an unsere Kinder nach unten geschraubt werden, damit sie bei der nächsten Pisa-Studie besser abschneiden. Den Schülern einfach wieder das abverlangen, was man uns abverlangt hat, auch mit den dazugehörigen Hausaufgaben, dann wird das auch wieder."

Wir müssen die Integration anders angehen.

Wolfgang M.: "Meine Erfahrungen werden vermutlich nicht veröffentlicht. Ich habe es in der eigenen Familie gesehen. Da hat ein Familienmitglied durch den hohen Migrationsanteil massive Probleme in der Schule mitzuhalten - durch Störer, Gruppenbildung bestimmter Sprachgruppen, durch mangelnde Sprachbeherrschung, durch Lernunwillige. Die Lehrer hatten kaum Zeit, sich auf einzelne Schüler zu konzentrieren, was etliche schlechte Noten bescherte. Erst nach Versetzung in eine Parallelklasse mit geringerem Migrationsanteil, wurden die Noten schlagartig besser. Wir nehmen Menschen aus anderen Kulturen und mit anderer Schulausbildung auf, können sie aber nicht alle zusammen in einen Raum sperren, sodass das die Lehrer kaum damit fertig werden. Wir müssen die Integration anders angehen und nicht auf dem Rücken von Kindern, die heute durch soziale Medien, Smartphones, etc. und nicht zuletzt durch wöchentliches Schulschwänzen für die Umwelt zu schnell ablenkbar sind."

Lernstoff wird durchgehechelt.

Elisabeth M. (via Facebook): "Lernzeit wird in der Schule mit Gruppenarbeit verplempert. Das Ergebnis einer Gruppenarbeit wird dann nicht mehr überprüft. Lernstoff, für den keine Zeit mehr war, wird dann durchgehechelt."

Es braucht dem Zeitgeist angepasste didaktische Verfahren.

Ulrike W.: "Ein erfolgreiches Bildungssystem ist möglich, hat aber ein paar Voraussetzungen: Als erstes braucht es Lehrer, die Freude an ihrem Beruf haben. Wenn Lehrer befristet eingestellt werden, ist das unseres Landes unwürdig. Dann braucht es kleinere Klassen, damit Schüler jeder Herkunft, egal mit welchem Hintergrund ,individuell gefördert und gefordert werden können. Schließlich braucht es dem Zeitgeist angepasste didaktische Verfahren. Dann wäre mir um unsere Kinder nicht mehr Bange."

Schule als Sparbüchse missbraucht.

Karsten S.: "Solange die Politik - wie schon seit Jahrzehnten - weiterhin die Schule als Sparbüchse missbraucht, wird es nicht besser werden."

Rückkehr auf dem Gymnasium zu G9 wäre gut.

Dieter M. (via Facebook): "Weg von diesem 'Der Schüler bringt sich alles selber bei'-System. Gerade bei neuen Themen ist der Frontalunterricht wichtig, Grundsätze sollten erklärt werden und Musteraufgaben mit der Klasse gemacht werden. Dann kann man ja in Gruppen und selbstständig weiterarbeiten lassen. So kann die Lehrkraft überprüfen, wo noch Schwierigkeiten sind. Auch wichtig wäre es, das dreigliedrige Schulsystem anstelle der Gemeinschaftsschule zu machen, wo alle Schüler nebeneinander mehr oder weniger lernen. Lieber in den Haupt- und Werkrealschulen mehr Lehrkräfte einstellen, die die Kinder besser fördern können und bei Schwächen vermehrt helfen können. Und Rückkehr auf dem Gymnasium zu G9 wäre gut."

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