Deutsche Presse-Agentur
dpa

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat im vergangenen Jahr einen Rekord bei Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler verzeichnet.

5500 Versicherte haben sich 2017 an die gesetzliche Krankenkasse gewendet, weil sie bei sich einen Behandlungsfehler vermuteten. Das sei der TK zufolge ein Anstieg um 16 Prozent im Vergleich zu 2016. Mit fast 500 Beschwerden aus Baden-Württemberg sind die Verdachtsfälle hierzulande sogar um rund 27 Prozent gestiegen. 

Über diese Fachärzte beschweren sich Patienten am häufigsten

Die meisten Beschwerden gab es über Behandlungen beim Chirurgen. Danach folgten Zahnärzte, Allgemeinmediziner und Orthopäden. Im vergangenen Jahr hat die TK nach eigenen Angaben mehr als 15 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.

Keine „Götter in Weiß“ mehr

Medizinrechtsexperte Christian Soltau erklärte in einer Pressemitteilung der Kasse: „Die Versicherten sind heute wesentlich kritischer und selbstbewusster als früher.“ Die „Götter in Weiß“ seien heute normale Dienstleister. „Deshalb klingelt bei unserer Beschwerde-Hotline auch häufiger das Telefon.“ Allerdings bestätige sich nicht jeder Verdachtsfall im Laufe der Überprüfung, unterstrich Soltau. Doch bei etwa jedem dritten Fall erhärteten sich die Hinweise auf einen Behandlungsfehler. Daneben dürfte es noch eine hohe Dunkelziffer an unentdeckten Behandlungsfehlern geben.

Gutachten sind kostenlos

Gutachten sind für die gesetzlich Versicherten in der Regel kostenfrei und können auch für Schadensersatzverhandlungen mit dem Arzt, dem Krankenhaus, der zuständigen Haftpflichtversicherung oder vor Gericht genutzt werden. Die deutschen Gesetze müssten nach Soltaus Ansicht noch wesentlich stärker die Patienten schützen. Bisher müsse der Patient den Fehler eindeutig nachweisen. Das sei in aller Regel schwer.

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