Champion Rast im DTM-Finale: Boss Berger bleibt vorsichtig

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Nico Müller im Audi
Der Rennfahrer Nico Müller fährt über den Hockenheimring. . (Foto: Uwe Anspach/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Thomas Flehmer

Die Zielstrebigkeit, die René Rast beim Deutschen Tourenwagen-Masters an den Tag legte, fehlte dem Champion vor der Pokalübergabe für seinen zweiten Titel nach 2017. „Ich weiß noch gar nicht, wo ich den Pokal hinstellen soll. Aber ich werde schon einen Platz finden“, sagte der Audi-Pilot, der den Riesen-Cup am Sonntag auf dem Hockenheimring aus den Händen des ehemaligen Formel 1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi entgegennahm.

In den beiden finalen Rennen zuvor hatte der Mindener, der mit 322 Punkten in der Fahrerwertung ganze 72 Zähler vor dem Sonntagssieger Nico Müller aus der Schweiz aufweist, sein Können mit dem insgesamt siebten Saisonsieg am Samstag und dem abschließenden dritten Rang hinter den Markenkollegen Müller und Mike Rockenfeller unter Beweis gestellt. „Ohne Druck macht es viel Spaß“, sagte Rast, der sich den zweiten Titel bereits vor dem Final-Wochenende gesichert hatte.

Druckaufbau erzeugten die in der Gesamtwertung liegenden Verfolger Müller und BMW-Pilot Marco Wittmann nach der Siegerehrung. Müller, der während der Saison einige Momente hatte, an dem er an den Gesamterfolg dachte, will in der Winterpause viel tüfteln: „Wir haben einige Ideen und hoffen, die richtigen Schlüsse zu ziehen - besonders auch im Qualifying.“ Allein im Rennen um die Pole Position hatte Rast 35 Punkte eingesammelt.

Wittmann, der mit der gesamten BMW-Armada in der zweiten Saisonhälfte dem Audi-Feld hinterherfuhr und somit auch keine Chancen auf den Herstellertitel hatte, zeigte sich letztendlich mit dem dritten Gesamtrang zufrieden. „Wir waren mit unserem Paket zufrieden, haben aber viele Punkte liegen gelassen“, meinte der Champion von 2014 und 2016 und kündigte ein Duell für die kommende Saison an: „Mal sehen, wer zuerst den dritten Titel gewinnt.“

„Grundsätzlich zufrieden“ über die erste Saison mit den 610 PS starken Turbofahrzeugen zeigte sich DTM-Boss Gerhard Berger. „Aber es ist schlecht, wenn man zufrieden ist, weil man dann nicht engagiert weiterkämpft“, sagte der Österreicher der Deutschen Presse-Agentur und wies auch gleich auf die Gefahren der Zukunft hin. „Wir müssen die DTM kontinuierlich weiterentwickeln und haben auch einen Plan dafür. Die Zeiten vor allem in der Automobilbranche werden schwieriger. Gerade für Autorennen muss man sich Dinge einfallen lassen, um attraktiv zu bleiben“, sagte Berger vorausblickend.

Zwar nehmen die Sorgen nach dieser Saison nicht das Ausmaß früherer Zeiten an, an denen die DTM auf der Kippe stand, aber Berger bleibt vorsichtig: „Viele schwarze Wolken haben sich verzogen, aber manchmal reicht eine schwarze Wolke schon für Niederschlag aus.“

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