CDU Baden-Württemberg wählt Eisenmann zur Spitzenkandidatin

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CDU-Kandidatin
Die Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann. (Foto: Thomas Kienzle / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Südwest-CDU will 2021 mit Kultusministerin Susanne Eisenmann als Spitzenkandidatin die Regierungsmacht in Baden-Württemberg zurückerobern. 95,4 Prozent der Delegierten stimmten am Samstag auf dem CDU-Parteitag in Heilbronn für die 54-Jährige. Sie war die einzige Kandidatin.

Susanne Eisenmann ist seit drei Jahren Kultusministerin Baden-Württembergs und strebt nach mehr. Die 54-Jährige will die erste Ministerpräsidentin des Bundeslandes werden. Sie könnte den beliebten Amtsinhaber Winfried Kretschmann aus dem Amt jagen — sollte der noch einmal antreten.

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Zugleich soll Eisenmann die gebeutelte CDU im Südwesten wieder zu alter Stärke führen. Knapp sechs Jahrzehnte lang war das Land fest im Griff der Christdemokraten, dann verlor die Partei die Macht an Grün-Rot. Seit 2016 ist die CDU Juniorpartner der Grünen.

Den Erstzugriff auf die Spitzenkandidatur hätte CDU-Landeschef Thomas Strobl gehabt, er unterlag aber im internen Machtkampf. Viele Jahre war Eisenmann für Günther Oettinger tätig. Sie leitete von 1991 bis 2005 dessen Büro, als der spätere Ministerpräsident noch CDU-Landtagsfraktionschef war. Danach war die promovierte Germanistin elf Jahre Schulbürgermeisterin in ihrer Heimatstadt Stuttgart.

Eisenmann steht vor schwierigen Aufgaben. Sie soll den CDU-Part der Koalition koordinieren und sich zugleich als Spitzenkandidatin profilieren und von den Grünen abgrenzen. Über die Landesgrenzen hinaus war Eisenmann bislang wenig bekannt.

Im Jahr 2017 war sie Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Bundesweit Schlagzeilen machte sie Anfang Juli mit der Forderung nach einem Zentralabitur. Der Vorstoß ist umstritten, auch in der Union.

Ob Eisenmann es 2021 mit Kretschmann aufnehmen muss, ist noch unklar, der 71-Jährige schweigt bislang zu seiner Zukunft. Kretschmann warnte die CDU bereits davor, zu früh in den Wahlkampfmodus zu schalten. „Wir sind jetzt noch eineinhalb Jahre gewählt“, sagte der Regierungschef der Deutschen Presse-Agentur. „Und ich kann nur dringend raten, jetzt nicht mit dem Wahlkampf anzufangen.“

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