Brandschaden im Europa-Park wohl gravierender als angenommen

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Die Ursache für das Feuer am 26. Mai im Europa-Park war vermutlich ein technischer Defekt. Hier zu sehen ist die Brandruine weni
Die Ursache für das Feuer am 26. Mai im Europa-Park war vermutlich ein technischer Defekt. Hier zu sehen ist die Brandruine wenige Wochen nach dem Brand. (Foto: dpa)
Digitalredakteur

Der Großbrand, der Ende Mai im Europa-Park in Rust wütete und Attraktionen und ganze Themenbereiche beschädigte oder zerstörte, nimmt immer größere Schadensdimensionen an. Wie Michael Mächtel, Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Freiburg, auf Nachfrage von schwäbische.de bestätigte, gehe man derzeit von einem Schaden im zweistelligen Millionenbereich aus.

Der Europa-Park selbst ist bei der Taxierung etwas defensiver. Man könne von einem Millionenschaden ausgehen, so eine Sprecherin auf schriftliche Nachfrage, in welcher Höhe dieser ausfalle, ist nicht bekannt. Die Summe von mindestens 50 Millionen Euro, die die Lahrer Zeitung  nennt, könne man nicht bestätigen, heißt es vom Europa-Park und der Staatsanwaltschaft unisono. 

Die Ermittlungen zum Feuer sind noch nicht abgeschlossen, daher bewege man sich im Bezug auf die Schadenssumme bei groben Schätzungen, so Mächtel weiter. Etwas weiter ist man bei der Ursache des Großbrands. Wahrscheinlich sei es, dass das Feuer auf einen technischen Defekt zurückzuführen sei, der auf dem Gelände des benachbarten Fjord-Raftings aufgetreten war. Er hatte wohl auf eine Lagerhalle und die Attraktion "Piraten in Batavia" übergegriffen, die in unmittelbarer Nähe liegen und sich zum Teil unterirdisch überlappen.

Vor Ort selbst ist das betroffene Areal weiterhin abgesperrt, Sichtschutzwände sind um die Ruinen angebracht, während der Abriss und der Abtransport des Schutts weitergehen. Danach soll der Wiederaufbau angegangen werden.

Wie es vor allem mit der beliebten Attraktion "Piraten in Batavia" weitergeht, ist noch nicht vollständig geklärt. Derzeit gebe es noch keine Detailpläne zum Wiederaufbau der Attraktion, so eine Sprecherin des Europa-Parks weiter. Es sei daher schwierig, eine genaue Zeitplanung zu wagen.

Bei einem Treffen zwischen Geschäftsführer Michael Mack und dem Europa-Park Fanclub konkretisierte Mack die Pläne bereits. Demnach soll das skandinavische Dorf bereits zum Saisonstart 2019 in nahezu identischem Erscheinungsbild wiedereröffnet werden, die "Piraten in Batavia" 2020. Konkrete Zeitangaben bestätigte der Park auf Anfrage von schwäbische.de nicht.

Es wäre sicher der Wunsch der Inhaberfamilie Mack, sowohl den Themenbereich Skandinavien, als auch die Piraten-Fahrt schnellstmöglich wieder aufzubauen, doch dürfe vor diesem Hintergrund nicht vergessen werden, dass mehrere Großbaustellen parallel dazu im Park auf Hochtouren laufen, heißt es von Seiten des Parks. Gemeint ist unter anderem das Wasser-Erlebnis-Ressort "Rulantica", in das der Park 150 Millionen Euro investiert.

Über die Art und Weise, wie das 1987 erbaute und durch das Feuer vollständig zerstörte Fahrgeschäft früher oder später wieder unzählige Parkbesucher begeistern soll, herrscht wohl noch Ungewissheit. 

Seit 1987 war die Indoor-Bootsfahrt im Themenbereich "Niederlande" in Betrieb. Thematisch drehte sich die Attraktion hauptsächlich um den Einfall von Piraten in die Hafenstadt Batavia, wie die indonesische Hauptstadt Jakarta bis 1942 hieß. Entlang des Kanals lieferten sich mechanische Puppen, sogenannte Animatronics, Schießereien und Wirtshausprügeleien.

Offen ist, ob die Bahn in der Ursprungsversion von 1987 oder in einer modernisierten Version neu aufgebaut wird. Hier gibt es laut Mack noch Unklarheiten zwischen den "jungen Wilden", wie er die junge Generation der Entscheidungsträger um sich selbst bezeichnete - und Macks Vater, Roland Mack, der die Bahn "eins zu eins" wieder aufgebaut haben möchte. Die im Rahmen des Fanclub-Treffens formulierten Pläne wollte die Park-Sprecherin auf schriftliche Nachfrage von schwäbische.de nicht bestätigen.

Klarheit herrscht bislang seitens Geschäftsführers Michael Mack nur darüber, dass die Piraten zurückkommen und an Ort und Stelle eine neue Indoor-Themenfahrt entstehen wird.

Die Ankündigung hatte bei vielen Fans der "Piraten in Batavia" für große Freude gesorgt. In einer Umfrage auf schwäbische.de sprachen sich über 91 Prozent der Teilnehmer dafür aus, dass die Attraktion wieder in dieser Form aufgebaut werden soll (Stand 12.7.2018 09:30 Uhr). Lediglich 8,5 Prozent hätten sich an Ort und Stelle eine Attraktion mit einem neuen Konzept gewünscht.

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