Doro Moritz
Doro Moritz, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), spricht. (Foto: Sebastian Gollnow / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Bildungsverbände im Land beklagen erhebliche Rückstände bei der Digitalisierung der Schulen im Südwesten. Die meisten Schulen sehen sich nicht oder nur bedingt in der Lage, beim jetzigen Stand der Digitalisierung Fernunterricht zu betreiben, wie eine von den Verbänden initiierte Umfrage unter öffentlichen Schulen im Land ergab. Auch beim digitalen Lernen im Präsenzunterricht gibt es demnach Probleme. Am heutigen Montag (10.00 Uhr) wollen die Verbände die Ergebnisse der landesweiten Abfrage zur Digitalisierung vorstellen. Die Initiative geht aus vom Berufsschullehrerverband, der Bildungsgewerkschaft GEW, dem Grundschulverband, dem Verband Bildung und Erziehung VBE und dem Verein für Gemeinschaftsschulen.

Es mangelt den Verbänden zufolge vielerorts an Geräten, an schnellem Internet und WLAN-Zugang. Von einer 1-zu-1-Ausstattung mit digitalen Geräten seien die Schulen weit entfernt. „Der genaue Blick auf die Schulrealität zeigt, dass selbst die angeblichen Vorreiter in diesem Thema bestenfalls Einäugige unter Blinden sind“, kritisierte Volker Arntz vom Verein für Gemeinschaftsschulen. „Geräte alleine reichen nicht, wir brauchen auch eine zeitnahe und hochwertige Befähigung aller Beteiligten für das digitale Arbeiten an unseren Schulen“, forderte die GEW-Landeschefin Doro Moritz.

Auch aus Sicht der Opposition hat die Landesregierung und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Digitalisierung der Schulen in den vergangenen Jahren verschlafen. Versäumnisse und Fehlentscheidungen würden sich nun in Zeiten des Fernunterrichts rächen. Bei Breitbandversorgung und schnellem Internet in Schulen trage der Südwesten im Ländervergleich mit Sachsen-Anhalt die rote Laterne, hatte der bildungspolitische Sprecher der FDP, Timm Kern, vergangene Woche etwa im Landtag kritisiert. Nur 5,2 Prozent der 5300 Schulen im Land hätten einen Anschluss mit mehr als einem Gigabit pro Sekunde. Das Kultusministerium sieht sich da nicht in der Verantwortung: „Die Breitbandanbindung der Schulen ist qua Gesetz Sache der Schulträger, des Bundes und des Innenministeriums.“

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