Beschäftigte im Südwest-Einzelhandel bekommen mehr Geld

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Deutsche Presse-Agentur

Die Beschäftigten im Einzelhandel in Baden-Württemberg bekommen mehr Geld. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi einigten sich am Montag in Stuttgart auf eine Erhöhung in zwei Stufen, wie sie im Anschluss an die vierte Verhandlungsrunde mitteilten. Der Abschluss orientiert sich an Nordrhein-Westfalen und Hamburg, wo sich die Verhandlungspartner zuvor schon einig geworden waren.

Für den überwiegenden Teil der Beschäftigten gibt es nun rückwirkend zum 1. Juni drei Prozent mehr Geld. Die Erhöhung gilt für alle, die bisher bis zu 2579 Euro im Monat bekamen - laut Verdi etwa 80 Prozent der Beschäftigten. Die Tarifgruppen darüber bekommen keine prozentuale, sondern eine feste Erhöhung von 77,50 Euro. Zum 1. April 2020 gibt es weitere 1,8 Prozent dazu, dann aber für alle Beschäftigten. Die Auszubildenden sollen ebenfalls feste Beträge zwischen 45 und 60 Euro bekommen.

In Baden-Württemberg arbeiten rund 490 000 Menschen im Einzelhandel, viele davon aber in nicht tarifgebundenen Unternehmen. Sie bekommen nur dann mehr Geld, wenn ihre Arbeitgeber sich an dem Abschluss orientieren und gleich viel bezahlen.

Die Gewerkschaft nannte den Tarifabschluss „ein gutes, vertretbares Ergebnis, das wieder Reallohnzuwächse erwarten lässt“. Sie hatte ursprünglich 6,5 Prozent mehr Geld gefordert und über Wochen immer wieder zu Warnstreiks aufgerufen.

Die Arbeitgeber zeigten sich zwar erleichtert, dass nun ein Ergebnis vorliegt. „Allerdings sind wir mit diesem Abschluss an die Grenze des Machbaren für die Handelsunternehmen gegangen, für die es eine Herausforderung sein wird, diese Erhöhungen zu erwirtschaften“, betonte der Vorsitzende der Tarifkommission, Philip Merten, in einer Mitteilung.

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