Bei der Inklusion hakt es im Süden

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Kara Ballarin
Kara Ballarin (Foto: Roland Rasemann)
Landes-Korrespondentin

Die Bertelsmann-Studie bestätigt, was Schulleiter, Eltern und Sonderpädagogen längst wissen: Bei der Inklusion in Bayern und Baden-Württemberg hakt es an vielen Stellen.

Die Idee der Landesregierungen ist richtig: Eltern können frei entscheiden, ob sie ihr Kind mit Förderbedarf an eine Regelschule oder an eine Sonderschule schicken. Das Versprechen einer Wahlfreiheit lösen die Landespolitiker in der Realität aber gar nicht ein. Einen gleichwertigen Unterricht können behinderte Kinder an Regelschulen nicht erwarten.

Letztlich müssen sich die Eltern nämlich zwischen zwei Optionen entscheiden: Wählen sie die Inklusion, bekommen ihr Kind und der Lehrer nur marginale Unterstützung durch sonderpädagogisch gebildetes Personal. In Baden-Württemberg etwa beschränkt sich dies auf rechnerisch eine Stunde pro Woche. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass viele Eltern sich für Option zwei entscheiden und ihr Kind doch in eine Sonderschule schicken. Wenigstens bekommt es dort die Unterstützung und Beachtung, die es braucht.

Solange dieser Missstand nicht behoben ist, wird die Inklusion im Süden nicht vorankommen.

k.ballarin@schwaebische.de

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