Banknoten-Parfüm wird Fall für den Steuerzahlerbund

Banknoten-Parfüm
Vor dem Finanzamt Karlsruhe Stadt wird ein Flacon mit dem Parfüm Aerarium gezeigt. (Foto: Uli Deck / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Parfüm mit Banknoten-Duft im neuen Karlsruher Finanzamt hat den Bund der Steuerzahler in Baden-Württemberg auf den Plan gerufen. Man habe eine Anfrage dazu an das Finanzministerium gestellt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Auf Grundlage der Antworten wolle man entscheiden, ob das Parfüm zum Beispiel ein Kandidat für das sogenannte Schwarzbuch ist, in dem der Verein alljährlich die Verschwendung von Steuergeld anprangert. Da das Parfüm aber Sieger eines Kunst-am-Bau-Wettbewerbs ist, könne der Steuerzahlerbund vielleicht auch gar nichts machen, räumte der Sprecher ein. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Die Konzeptkünstlerin Katharina Hohmann hat die Kreation „Aerarium“ entwickelt, die nach frisch gedrucktem Geld riechen soll. Abgefüllt wird der Duft in Flaschen unterschiedlicher Farbe und Form, die eine Art Perlmuttschimmer haben. Die Flakons, die im Internet bestellt werden können, kosten 60 Euro. Der Preis setzt sich den Angaben nach aus den Herstellungskosten zusammen, es entstehe kein Mehrwert. Die Einnahmen sollen in die Produktion einer neuen Charge fließen.

Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte, die Ausgaben für das Kunstwerk hätten 90 000 Euro betragen, die Investition in den Neubau insgesamt rund 27 Millionen Euro. „Das Budget für Kunst am Bau wird zu Beginn der Maßnahme festgelegt und ist somit für alle Entwurfsbeiträge gleich.“ Bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten des Landes Baden-Württemberg können den Angaben zufolge - „soweit Zweck und Bedeutung der Baumaßnahme dies rechtfertigen“ - bis zu ein Prozent der anrechenbaren Kosten für sogenannte Kunst am Bau veranschlagt werden. Eine Kunstkommission wählt die Kunstwerke aus.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-309852/2

Infos über "Aerarium"

Homepage zum Parfüm

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