Baden-Württemberg schließt alle Schulen und Kitas ab Dienstag

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Leeres Klassenzimmer
Aus Sorge vor einer schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Landesregierung beschlossen, alle Schulen und Kitas von Dienstag an zu schließen. (Foto: Caroline Seidel / dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Aus Sorge vor einer schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hat die Landesregierung bei einer Sondersitzung des Kabinetts beschlossen, alle Schulen und Kitas von Dienstag an bis nach den Osterferien zu schließen.

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"Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, wie wir sie bislang nicht erlebt haben", erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf einer Pressekonferenz am Freitag. Das primäre Ziel sei es nun, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Zuvor hatten auch Bayern und weitere Bundesländer erklärt, Schulen und Kitas flächendeckend zu schließen. 

In Baden-Württemberg besuchen derzeit rund 1,5 Millionen Schüler allgemeinbildende oder berufliche Schulen. Rund 444 000 Kinder wurden 2019 in Kindertageseinrichtungen betreut.

Mit diesem Schirtt soll die Epidemie verlangsamt werden. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Bundesländer dieser Entscheidung anschließen.

Millionen Eltern müssen nun Kinderbetreuung neu organisieren

Millionen Eltern in Deutschland müssen sich nun Gedanken machen, wie sie die Betreuung ihrer Kinder sicherstellen.

Wir haben keine Möglichkeiten, auf digitale Bildungsangebote auszuweichen, weil wir nach wie vor in der Steinzeit sind.

Vorsitzender des Landeselternbeirats, Carsten Rees

Das Land ist aus Sicht des Elternbeirates auf allgemeine Schulschließungen bis Ostern absolut nicht vorbereitet.

„Wir haben keine Möglichkeiten, auf digitale Bildungsangebote auszuweichen, weil wir nach wie vor in der Steinzeit sind“, sagte der Vorsitzende des Landeselternbeirats, Carsten Rees, der Deutschen Presse-Agentur vor der Kabinettssitzung.

Elternbeirat erwarte Antworten von Regierung

Rees wies auf die Lage von Schülern hin, die mitten in Prüfungsvorbereitungen steckten, etwa aufs Abitur lernen. Der Elternbeirat erwarte umfassende Antworten von der Regierung.

.Die Schließung aller Schulen und Kindergärten im Land hätte nach Ansicht der Gymnasiallehrer deutlich früher beschlossen werden müssen.

„Das Bewusstsein für den Ernst der Lage ist bei der Landesregierung erst langsam gereift“, sagte Ralf Scholl, der Vorsitzende des Philologenverbands Baden-Württemberg. Die Schulen hätten zu lange für sich und unterschiedlich entschieden.

Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung seien dringend nötig, damit sich in den kommenden Wochen in Baden-Württemberg nicht Zehntausende infizierten.

Zahl der Infizierten steigt rasant an, weiterer Todesfall

Kultusministerin Eisenmann hatte sich bislang gegen pauschale Schulschließungen ausgesprochen und die Forderung des Philologenverbands nach einer präventiven Schließung aller Schulen als „unverantwortlich“ bezeichnet.

Die Zahl der Infizierten im Land stieg bis Donnerstagabend auf 454. Nach einem 67-Jährigen ist ein weiterer mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben.

Es handele sich um einen 80-Jährigen aus Kirchheim unter Teck (Kreis Esslingen), der in einer Klinik behandelt wurde und positiv auf das neuartige Virus getestet worden war, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Der Mann sei der zweite Tote in Zusammenhang mit der Pandemie in Baden-Württemberg.

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