Linden-Museum
Das Völkerkundemuseum Linden-Museum in Stuttgart. (Foto: Sina Schuldt/dpa / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Skulpturen, Schmuck, Schilde und Mosaikmasken: Mit einer großen Ausstellung aztekischer Kunst will das Stuttgarter Linden-Museum ein neues und weniger blutrünstiges Licht auf die zerstörte Kultur dieses einstigen Reiches werfen. Aus Anlass des 500. Jahrestags der Landung des spanischen Eroberers Hernán Cortés im Golf von Mexiko spannt die Große Landesausstellung von diesem Freitag an einen weiten Bogen: vom Alltag der Azteken (ca. 1430 - 1521 n. Chr.) über deren Politik der Tribute, die das Imperium seinen eroberten Provinzen auferlegte, bis hin zu den rituellen Opfergaben, die auch zahllose Menschenleben kosteten.

Im Fokus der Ausstellung mit ihren rund 150 Leihgaben stehen zwei von weltweit noch vier erhaltenen Federschilden der Azteken und eine Grünsteinfigur des Landesmuseums Württemberg. Detailverliebt, filigran in der Herstellung und teils in verblichenen Farben erzählen die ausgestellten Objekte vom untergegangenen Reichtum im heutigen Mexiko. „Es ist die erste Ausstellung, in der versucht wird, das Alltagsleben der Azteken dazustellen, auch, um dieses oft auf seine Rituale reduzierte Volk zu humanisieren“, sagte Co-Kurator Martin Berger am Donnerstag.

Deutlich wird auch der Umfang des damaligen Azteken-Zentrums, des Stadtstaats Tenochtitlan. Innerhalb von weniger als drei Jahren machten die einfallenden Spanier diese einst größte Stadt der Welt dem Erdboden gleich und löschten damit die aztekische Hochkultur aus.

Linden-Museum zur Ausstellung

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