Ausstellung: Mumien als Archive vergangener Lebensweisen

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Deutsche Presse-Agentur

Das Mannheimer Museum Zeughaus zeigt ab Sonntag Mumien aus allen Epochen und stellt Methoden zu deren Erforschung vor. Mehr als 100 Exponate sollen deutlich machen, wie das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen - von der Anthropologie über die Medizin und die Radiologie bis hin zur Botanik - zu Erkenntnissen über die Lebensweise der Menschen vergangener Kulturen führen kann.

Anlässlich der Schau „Mumien - Geheimnisse des Lebens“ (16. September bis 31. März 2019) präsentierte Museumsdirektor Wilfried Rosendahl am Donnerstag auch neue Forschungsergebnisse. Dazu gehört ein mumifizierter Kopf eine Mannes im mittleren Alter aus der Ptolemäerzeit. Eine Deformation seines Schädels, ein sogenannter Türkensattel, weist auf einen Tumor an der Hirnanhangsdrüse hin. Dieser schüttet ein bestimmtes Hormon aus, das sich im Wachstum des Gesichts bemerkbar macht, etwa im vergrößerten Mundbereich.

Bei einer südamerikanischen Frauenmumie aus dem 11. bis 14. Jahrhundert nach Christus mit zwei Kindern fanden die Forscher erstmals den Nachweis für den Verzehr der sellerieartigen Pflanze Arakacha. Möglich machte das die molekularbiologische Untersuchung einer Darmprobe. Überdies wurden einzellige Parasiten nachgewiesen, die zu tödlichen Erkrankungen führen können.

Die Ausstellung präsentiert nicht nur von Menschen präparierte Mumien, sondern auch natürliche Mumien wie Moorleichen. Zudem spannt sie einen Bogen über alle Zeiten und Regionen, in denen Mumien als Metapher für den Wunsch des Menschen nach Unsterblichkeit dienten.

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