In Baden-Württemberg fehlt der Bäckernachwuchs

Brote verschiedenster Sorten liegen in Körben und auf Regalen
Brote verschiedenster Sorten liegen in Körben und auf Regalen. (Foto: Paul Knecht / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Die Bäckerbetriebe im Südwesten brauchen dringend Nachwuchs. Zum Start des Ausbildungsjahres im September seien acht Prozent weniger Neu-Verträge geschlossen worden als im Corona-Jahr 2020, sagte Nils Vogt vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. 269 junge Menschen entschieden sich für eine Ausbildung als Bäcker.

Im Jahr zuvor waren es 292 - und damit 14 Prozent weniger als 2019. „Zwar wird es in den nächsten Monaten noch einen gewissen Zulauf geben, aber die Delle hält an“, sagte der Referent für Berufsbildung des Verbandes. Damit fehle auch die Fachkraft von Morgen. Unter den 1577 Bäckern im Land bilden nur 460 aus.

Manche scheuten den Aufwand für die Nachwuchsgewinnung. Zwar unterstütze der Zentralverband sie mit Material, etwa mit einem Werbevideo für den Beruf. „Aber jeder Betrieb muss auch selbst raus vor die Tür“, sagte Vogt.

Deutlich mehr Männer als Frauen lernen das Bäckerhandwerk

Etliche potenzielle Bewerber würden durch die nächtlichen Arbeitszeiten abgeschreckt. Diese bergen laut Vogt aber den Vorteil, am freien Nachmittag Dinge ohne lange Wartezeiten erledigen zu können.

Überdies sei es sehr befriedigend, mit Rohstoffen aus der Umgebung Produkte für die Region zu schaffen. Man versuche auch, junge Frauen den Beruf zu erwärmen. Unter den derzeit 617 Lehrlingen in Baden-Württemberg seien allerdings nur 164 junge Frauen.

2020 kauften die privaten Haushalte in Deutschland rund 1,68 Millionen Tonnen Brot - nach Angaben des Zentralverbandes 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Schnitt kauft also jeder Haushalt 37,9 Kilo des beliebten Backwerks im Jahr. 

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