Archiv von Autorin Julia Franck wird an Marbach übergeben

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Deutsche Presse-Agentur

Die Berliner Schriftstellerin Julia Franck ist zwar erst 49 Jahre alt, ihre Aufzeichnungen und Unterlagen gibt sie dennoch bereits ans Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Nach Angaben des Hauses von Donnerstag sind darin Manuskripte ihrer Romane und Erzählungen wie „Liebediener“ und „Die Mittagsfrau“ zu sehen. Außerdem enthält die Übergabe Essays und Übersetzungen, Briefe von Weggefährten und die Korrespondenz mit ihrem Verlag, teilte das Literaturarchiv mit.

Bei sogenannten Vorlässen übernimmt das Archiv stets nur einen Teil des vorhandenen Materials. „Spätere Ergänzungen in größeren oder kleineren Tranchen sind da die Regel“, sagte Helmuth Mojem als Experte des Literaturarchivs. Verständlicherweise behielten Autoren oft persönliche Dinge wie Fotos und Tagebücher erst einmal lieber bei sich.

Für „Die Mittagsfrau“ aus dem Jahr 2007 hatte Franck 2007 den Deutschen Buchpreis erhalten. Das Werk wurde in 37 Sprachen übersetzt. In ihrem Buch „Lagerfeuer“ verarbeitete sie die neun Monate, die sie im West-Berliner Notaufnahmelager Marienfelde verbracht hat. In der Zeit als Lagerkind wurde die heute 49-Jährige verprügelt und verspottet. Regisseur Christian Schwochow hat Francks Roman unter dem Titel „Westen“ verfilmt.

Das Literaturarchiv in Marbach am Neckar (Kreis Ludwigsburg) wächst nach Angaben seiner Direktorin Sandra Richter Jahr für Jahr um 1300 Regalmeter. Gesammelt werden unter anderem Nachlässe, Sammlungen, Archive, sogar Büsten und Möbel. Im Fokus stehen Literatur und Philosophie seit 1750 bis in die Gegenwart. Offiziellen Angaben zufolge ruhen in rund 44 000 Archivkästen mehr als 1000 Nachlässe, Sammlungen von Schriftstellern oder Übersetzern, dazu Archive von Verlagen und Redaktionen.

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