Beginn Mafia-Prozess in Karlsruhe
Ein Angeklagter (M) eines Mafia-Prozess wird in Handschellen in den Schwurgerichtssaal des Landgericht Karlsruhe geführt. (Foto: Uli Deck / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im sogenannten Mafia-Prozess in Karlsruhe vor dem Landgericht Konstanz wollen die neun Angeklagten zunächst nicht aussagen. „Wer nichts sieht, nichts hört und nicht redet, wird in Ruhe 100 Jahre alt“, sagte am Freitag der Anwalt von einem der Männer. Sein Mandant sei ein unbescholtener Pizzabäcker. Die Männer stehen wegen bandenmäßigen Drogenhandels in großem Stil vor Gericht, außerdem in einem Fall wegen versuchten Mordes sowie Körperverletzung, Brandstiftung und illegalen Waffenbesitzes. Die Angeklagten lehnten überwiegend auch Angaben zur Person ab. Bei allen wird ein Bezug zu den italienischen Mafia-Organisation Cosa Nostra und 'Ndrangheta vermutet.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Konstanz etwa eineinhalb Stunden lang die mehr als 100 Seiten lange Anklageschrift verlesen. Den Beschuldigten stehen insgesamt 17 Verteidiger zur Seite. Die Anklägerseite wird von zwei Staatsanwälten vertreten.

Der Prozess, der aus Platzgründen die ersten beiden Verhandlungstage in Karlsruhe stattfindet, hatte am Morgen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Die Männer, überwiegend Italiener oder aus Italien stammend, waren vor allem im Schwarzwald-Baar-Kreis ansässig. Insgesamt sind 67 Verhandlungstage geplant.

Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom 26. Juli 2018

Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom 23. Juni 2017

Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft vom 11. April 2018

Link zum Sicherheitsbericht für Baden-Württemberg 2017, S. 69ff

Link zur Pressemitteilung des Landgerichts Konstanz zur Verhandlung (mit Terminliste)

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